Vom Sommer und der Hitze

 

Hitze

Netz die Lungen mit Wein! Heiß über uns wandelt die Sonne schon,
Alles schmachtet und lechzt unter der Wucht drückender Jahresglut;
Schmelzend süßes Gezirp tönt aus dem Laub, wo die Zikade rasch
Ihre Flügel bewegt, denen der helltönende Sang entquillt.
Jetzt, zur Zeit wo die Golddistel erblüht, rasen die Weiber all,
Und die Männer sind schwach. Mark und Gehirn trocknet des Sirius Gluthauch.

(Alkaios (Wikipedia), Hitze, Online-Quelle (altgrch.), Online-Quelle (dt.))

 

Atemloser August

Sommermonde machen Stroh aus Erde,
Die Kastanienblätter wurden ungeheuer von Gebärde,
Und die kühnen Bäume stehen nicht mehr auf dem Boden,
Drehen sich in Lüften her gleich den grünen Drachen.
Blumen nahen sich mit großen Köpfen und scharlachen,
Blau und grün und gelb ist das Gartenbeet, hell zum Greifen,
Als ob grell mit Pfauenschweifen ein Komet vorüberweht.
Und mein Blut, das atemlos bei den sieben Farbenstreifen stille steht,
Fragt sich: wenn die Blum’, Baum und Felder sich verschieben,
Ob zwei Menschen, wenn die Welt vergeht,
Zweie, die sich lieben, nicht von allen Wundern übrig blieben.

(Max Dauthendey, Sommermonde machen Stroh aus Erde, aus: Weltspuk, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 361)

(Sollte jemand Kometenfotos sehen wollen, dann möchtet ihr vielleicht bei dem Herrn astro- äh, autopict vorbeischauen (hier klicken), der diesen ganz frisch und allerfeinst abgelichtet hat.)

 

August

Inserat

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Wo möglich insoweit sich zu beschränken,
Daß sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.

(Theodor Storm, August, aus: Gedichte (Ausgabe 1885), Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay

 

Ja, ein kühner Bogen ;-)
Wie auch immer, kommt gut durch die Hitze und in die neue Woche!

Update ADVENTÜDEN: Bisher sind erfreuliche 9 Texte da und 14 weitere sind versprochen. Danke an alle, deren Texte ich bereits habe! Es wäre toll, wenn bald noch ein paar mehr bei mir eintrudeln würden, Hitze hin oder her.

 

Vom Sommer und dem Wandern

 

Über den Bergen

Über den Bergen, weit zu wandern,
sagen die Leute, wohnt das Glück.
Ach und ich ging im Schwarme der andern,
kam mit verweinten Augen zurück.
Über den Bergen, weit, weit drüben,
sagen die Leute, wohnt das Glück …

(Carl Hermann Busse, Über den Bergen, aus: Gedichte, 1892, 4. erw. Auflage 1899. Online-Quelle)

 

Wir sind ganz angstallein

Wir sind ganz angstallein,
haben nur an einander Halt,
jedes Wort wird wie ein Wald
vor unserm Wandern sein.
Unser Wille ist nur der Wind,
der uns drängt und dreht;
weil wir selber die Sehnsucht sind,
die in Blüten steht.

(Rainer Maria Rilke, Wir sind ganz angstallein, aus: Die frühen Gedichte (Gebet der Mädchen zur Maria), Online-Quelle)

 

Sterne wandern durch die Weiten

Sterne wandern durch die Weiten;
ferne Wasser singen sacht.
Möcht mein Herz mir schier entgleiten
in den Silberglanz der Nacht.

Menschenleid und Menschenfehle
sind so fern und erdenweit –
Gib, o Nacht, doch meiner Seele
deiner Reinheit Sternenkleid!

(Rudolf Koch (Wikipedia-Artikel), Sterne wandern durch die Weiten, Online-Quelle, bessere Quelle gesucht!)

 

Quelle: Pixabay

 

Kommt gut in und durch die neue Woche!

 

Das Schöne vom Tag

Wer hier länger liest, kann sich vielleicht an die stetig wiederkehrende Lobrede erinnern: Heute vor inzwischen neun Jahren stand ein gewisser Fellträger zum ersten Mal vor meiner Tür und fragte höflich nach Futter – ich habe es mehr als einmal hier auf dem Blog erzählt (zum Beispiel hier). Das war der Beginn einer großen Katzenliebe, und sie hält an.

Da ich aber also leider auch nicht weiß, wann er geboren ist, nur dass die Tierärztin ihn damals auf „den Herbst davor“ schätzte, feiere ich heute seinen Geburtstag mit. Happy birthday, kleiner großer Tiger, auf die nächsten 10 Jahre, mögest du sie in Ruhe und Gelassenheit und bei bester Gesundheit verbringen können!

Und ja, bei ihm ist entweder ein Maine Coon oder eine Norwegische Waldkatze durch den Stammbaum gelaufen – irgendwas Halblanges.

Fotos von gestern und von innerhalb der ersten zwei Monate, nachdem er zu mir kam.

 

 

 

Alphabet | Etüdensommerpausenintermezzo III-2020

Ich bin müde, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, auch bisschen blogmüde. Mit äußerer Ruhe sieht es zwar momentan ganz gut aus, aber um meine innere Ruhe war es die letzte Zeit nicht so besonders bestellt – ich schaue, dass ich die freien Stunden des Tages irgendwie herumbekomme, muss höllisch aufpassen, dass nicht alle guten Vorsätze den Bach runtergehen und habe null Lust, irgendwie kreativ zu werden. (Nein, ich hätte die Challenge nicht lieber gelassen, aber … hm. Keine Sorge: Wird schon besser. Aber das kann man unterstützen oder behindern, und ich gebe mir Mühe, Letzteres zu vermeiden.)
Null Bock auf Schreiben ärgert mich aber dann doch, so nötig wie es ist, dass ich mir endlich mal wieder (zum Beispiel) Zeit zum Lesen nehme. Ich bemerke nämlich deutlich, dass sich in meinem Hinterkopf doch noch ein „7 aus 12“-Text aus dem Nebel formt. Und auch die Idee für die Adventüde kratzt schon und bittet um Einlass.

Demzufolge habe ich kraft souveräner Willkür beschlossen, dass die Zeit für mögliche „7 aus 12“-Texte weiterläuft. Wer also noch will, wer noch mal will: bitte schön, liebend gern! Gern hier oder drüben verlinken, ich suche sie mir dann zusammen.
Und weil wir gerade dabei sind: Hier kommt also erst mal der Zwischenstand der bisher eingegangenen „7 aus 12“-Texte. Die Liste führt Werner mit unglaublichen 3 Texten an, Ellen, Ulrike und Judith glänzen jeweils mit 2 Texten. Und ich begrüße hier auch noch mal einen Neuankömmling: Christian vom Blog wortverdreher, willkommen bei den Etüden bzw. beim Etüdensommerpausenintermezzo, schön, dass du uns gefunden hast! :-)

Sagt bitte wie immer Bescheid, falls ihr euch oder jemanden vermisst. Und danke schön fürs Mitschreiben an alle!

Corly in Corlys Lesewelt: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Ellen auf nellindreams: hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Olpo Olponator auf olpo run: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Carmen in der Wortwabe: hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
René auf „Wer lesen kann, liest hier. Über Berlin“ – Der BerlinAutor: hier
Christian auf wortverdreher: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Natalie vom Fundevogelnest: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier

Und ich entschuldige mich explizit bei denen, die sich beeilt haben, ihren Text noch „just in time“ unterzubringen. Sorry, vor drei Wochen war mir das noch überhaupt nicht klar, dass ich selbst in Schwierigkeiten geraten könnte.

 

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2020 – Alphabet | 365tageasatzadayAlphabet ohne Oberthema | Quelle: ichmeinerselbst | Klick macht groß!

 

Was hat es nun mit dem „Alphabet“ auf sich? Die Idee ist nicht neu, ich greife sie hier von Jutta Reichelt auf, die sie in „F wie fiktiv! Alphabete als Schreibanregung“ vorgestellt hat.
Also, erstens: Ihr sucht euch ein Oberthema. Nehmen wir beispielsweise „Garten“. Dann sucht ihr euch zweitens euer Alphabet zusammen, das aus Begriffen bestehen sollte, die (für euch!) etwas mit „Garten“ zu tun haben: etwa B wie Blumen, G wie gießen, H wie Hecke, R wie Rasen, U wie Unkraut, P wie Party, N wie Nachbar … Und dann schreibt ihr drittens je nach Lust einen oder mehrere erklärende/illustrierende Sätze oder kleine Geschichtchen zu den Begriffen, ich fabuliere jetzt mal rum: Welche Blumen ihr pflanzt und warum, warum das Gießen die schönste Stunde des Tages/die reine Pest ist, warum eure H wie Hecke so hoch ist, dass N wie Nachbar nicht rüberschauen kann, wenn ihr P wie Party macht etc. Oder vielleicht ist ja auch alles ganz anders … ;-)
Im Prinzip okay? Dann los. Falls nicht, dann fragt. Länge ist egal, es ist ja Intermezzo-Zeit. Ich habe jetzt für die Begriffe fast nur Hauptwörter gewählt, das ist Zufall, erlaubt ist, was für euch passt, und was nicht passt, wird passend gemacht.

Update: Um Missverständnisse auszuräumen, zitiere ich noch mal den Kommentar von Puzzleblume (siehe unten): „Verstehe ich es richtig, dass jeder sich ein ihm genehmes, beliebiges Haupthema suchen darf, um dazu sein persönliches Stichwort-ABC mit 26 innerhalb des Themas frei gewählten Wörtern zusammenzustellen?“ Jawohl, genau so ist das gedacht. Und diese frei gewählten Wörter können jede beliebige Wortart haben, ihr seid also nicht auf Hauptwörter beschränkt, obwohl das das ist, was mir immer als Erstes einfällt. Dafür MÜSSEN es auch alle 26 sein.
Update (03.08.): Ja, ich hatte mir eigentlich gedacht, dass aus dem Alphabet so eine Art „Lexikoneinträge“ erwachsen würden – euer persönliches Lexikon. Aber nachdem immer mehr Mitschreibende aus ihren 26 Begriffen eine Art Fließtext gießen, lese ich das gespannt und freudig und denke mir: Macht doch, was ihr wollt. Hauptsache, ihr verlinkt eure Texte hierher, damit wir anderen gucken kommen können.

 

Zeit für Alphabete und „7 aus 12“-Texte: Bis die regulären Etüden wieder starten, und das ist am 6. September 2020.
Länge: komplett egal

 

ADVENTÜDEN: Bisher sind erfreuliche 8 Texte da und 15 weitere sind versprochen. Danke an alle, deren Texte ich bereits habe! Es wäre nett, wenn bald noch ein paar mehr bei mir eintrudeln würden.

 

Natürlich habe ich für die Alphabete wieder (zwei) Illustrationen gebastelt, die verwendet werden können, aber nicht müssen. Viel Spaß euch und weiterhin einen guten Sommer!

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2020 – Alphabet | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | Klick macht groß!

 

Etüdensommerpausenintermezzo 2020 – Alphabet | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst | Klick macht groß!

 

Tag 30 | 30 Days Book Challenge

 

30 Ein Bildband, der zum Schmökern einlädt

Es ist ungefähr 15 Jahre her, dass das alte Ägypten seine Hand nach mir ausstreckte. Da bewunderte ich nämlich zum ersten Mal bei einem Freund ein Bild an der Wand, das das altägyptische „Wiegen des Herzens“ zeigte (eine Szene aus dem Ägyptischen Totenbuch). Völlig fasziniert vertiefte ich mich in den Detailreichtum, nur um ihm dann irgendwann zu gestehen: „Ich weiß weder, wer dort Mensch oder Gott ist, noch, was dort eigentlich geschieht.“ Ich war das nicht gewohnt, um ehrlich zu sein.

Die Fragen waren schnell zu beantworten, aber danach sammelten sich über die Jahre Bücher zum alten Ägypten bei mir, meist zum Thema Religion. Und damit natürlich dann auch Bildbände, die mir eine Zeit lang regelrecht zuliefen – kennt ihr das, wenn ihr an keinem Grabbeltisch vorbeikommt, weil dort schon wieder das, was euch interessiert, verramscht wird?

Das krönende und m. E. fast unmöglich zu übertreffende Schmuckstück meiner Sammlung ist ein Bildband von Sandro Vannini, DEM Fotografen der Pharaonen und ihrer Gräber (SPIEGEL-Artikel), mit dem Titel „Tutanchamun. Die Reise durch die Unterwelt“. 25 x 34 cm, über 3 Kilogramm schwer, knapp 400 Seiten. Es begegnete mir 2018 auf der Buchmesse (Messerabatt, hurra!, hallo, Karin 😉 – Und oh, es gibt auch eine „kleine“ Ausgabe davon, aber von der spreche ich hier nicht). Nicht nur sehr kundige, knappe Artikel, die zwar mit King Tut beginnen, aber weit über ihn hinausgehen, sondern vor allem ein Schwelgen in Bildern, die so atemberaubend schön sind, dass mir schlicht die Worte für die Beschreibung fehlen – und glaubt mir, ich kenne mich inzwischen mit den Fotos aus, die man sonst in Bildbänden so sieht, speziell, was Altägypten angeht.
Dies ist die Premiumklasse.
Hier ist der Link zum Verlag (inkl. Leseprobe, inkl. Inhaltsverzeichnis), und auch zwei der drei Rezensionen beim großen A sind meiner Meinung nach zu empfehlen. Fragt mich nicht, warum der Verlag in der Leseprobe den englischsprachigen Text eingebunden hat, man kann es auch übertreiben … Ich besitze jedenfalls noch ein zweites Buch von Sandro Vannini – „Bilder der Unsterblichkeit – Die Totenbücher aus den Königsgräbern in Theben“ –, für Altägypten-Fans ebenfalls mehr als nur sehr zu empfehlen.

Ansonsten fallen mir zu diesem Buch nur Superlative ein. Es ist opulent und prunkvoll und sehr, sehr faszinierend, eigentlich ein Coffee Table Book, vergleicht man das Verhältnis von Bildmenge zu Textmenge, aber dennoch viel, viel mehr.

Es ist das einzige Buch in meinen Regalen, das in einem Ausmaß in Schwarz und Gold gedruckt ist, dass ich mir überlegt habe, dass ich beim Lesen Handschuhe bräuchte, damit sich meine Fettfinger nicht auf den Seiten verewigen – und ich bin ein mehr als schonender Leser. Reicht das an Schwärmerei? 😉

Und damit soll es genug sein.

Meine erste Challenge! Vielen Dank für Idee und Ausrichtung, liebe Ulrike. Teilweise waren die Fragen nicht meins und gingen mir auch bisschen auf die Nerven, aber alles in allem habe ich sehr gerne mitgemacht.

 

Tag 30 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 8 bereits erhalten, 15 weitere Zusagen, den Etüden-Erfinder angefragt. Weiter so!

 

Tag 29 | 30 Days Book Challenge

 

29 Ein Gedicht, das Du magst

Heimspiel! Dies ist nicht nur der Etüden-Blog (in Sommerpause), seit März 2017 gibt es hier auch das/die Montagsgedicht(e). Ich hab da also echt die Qual der Wahl. 😉

Und da sie vergangenen Montag zugunsten von Musik ausgefallen sind, greife ich doch mal in die Vollen und bewerfe euch zuerst mit Rilke.

 

(X)

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem? –

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt –

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; –
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit.

(Rainer Maria Rilke, Wunderliches Wort, aus: Aus dem Nachlaß des Grafen C. W., Erste Reihe, X., Ende Nov. 1920, in: Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens, Gedichte aus den Jahren 1906 bis 1926, insel tb 98, 1953, S. 116, Online-Quelle)

 

Dazu habe ich euch eine Rarität auf YT aufgetrieben: die Vertonung von Laith al-Deen.

 

 

 

Zugabe? Bitte schön. Diesmal wird es gefühlvoll.

 

Du machst mich traurig – hör
(Hans Adalbert)

Bin so müde.
Alle Nächte trag ich auf dem Rücken
Auch deine Nacht,
Die du so schwer umträumst.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn
Und tat ihr blau.

Was tust du mir in meiner Todesstunde?

(Else Lasker-Schüler, Du machst mich traurig – hör, 1917, aus: Gesammelte Gedichte, Online-Quelle)

 

Auch dazu gibt es eine absolut wunderbare und zarte Vertonung, und zwar von Mieze (MIA).

 

 

 

Tag 29 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 7 bereits erhalten, 16 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 28 | 30 Days Book Challenge

 

28 Ein Held/eine Heldin, der/die Dein Herz berührt hat

Ich könnte es kurz machen, und es wäre gerechtfertigt: Spiel, Satz und Sieg für „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara. Es gibt wenige Bücher, die mich in den letzten Jahren so erschüttert zurückgelassen haben wie dieses Monster von einem Buch (knapp 1.000 Seiten) über den Wert von Liebe und Beziehungen, über den Lebensweg von vier Freunden, unter ihnen Jude, der eine Kindheit und Jugend voller schwerster körperlicher und seelischer (und sexueller) Misshandlungen überstanden hat und es trotz aller Freundschaft und Freundlichkeit, die er nun endlich erfährt, nicht schafft. Wer es nicht kennt: LESEN (Link zum Verlag für Infos und Leseprobe: HIER KLICKEN!, es gibt auch eine TB-Ausgabe (anderer Verlag)). Aber seid gewarnt, es ist harter Tobak.

Nicht nur, weil ich davon ausgehe, dass die meisten, die das Buch gelesen haben und bei der Challenge mitschreiben, dieses Buch wählen werden, habe ich mir noch eine weibliche Heldin gesucht.

 

Es geht „um die Tochter eines Königs, dessen schöne Frau ihm auf dem Sterbebett das Versprechen abnimmt, nur dann wieder zu heiraten, wenn jene Frau mindestens ebenso schön sei wie sie selbst und ebensolche goldenen Haare habe. Als sich eine solche Schönheit nicht findet, erkennt der König eines Tages, dass allein seine Tochter ebenso schön ist wie die verstorbene Gattin, und begehrt sie zur neuen Ehefrau.“ (QUELLE) Die Vorlage ist das Grimm’sche Märchen namens Allerleirauh (hier das Original), das ist aber auch die Geschichte von „Tochter des Schattens“ (ein blöder Titel, wie ich finde, „Deerskin“ im Original) von Robin McKinley.
Auch hier begehrt der verwitwete Vater seine Tochter, aber anders als Allerleirauh kann sie erst fliehen, nachdem der Vater sie vergewaltigt und geschwängert hat. Im Gegensatz zum Märchen wird Lissar, die Tochter, aber von ihrer Hündin begleitet, mit der sie dann durch die Wildnis irrt. Nachdem sie bei der Fehlgeburt fast stirbt, nimmt sich die Mondgöttin ihrer an. Ihre Geschenke, unter anderem ein Gewand aus Rehleder („Deerskin“) weisen Lissar einen Weg in ein neues Leben, aber es dauert noch einige Jahre, bis sie wieder einen Platz in der Welt gefunden hat, das ihr angetane Unrecht benannt und gesühnt werden kann und sie sich vor der Entscheidung findet, der Liebe Raum in ihrem Leben einzuräumen.

Das Buch ist 1993 (1994 dt.) herausgekommen und stand 1994 auf der Liste der Finalisten beim Mythopoeic Award (Adult). Aufgrund des Alters ist es fast logischerweise nur noch gebraucht irgendwo aufzutreiben. Ich bin überhaupt nicht sicher, warum es so einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat, abgesehen davon, dass die Geschichte (trotz allem) zauberhaft und tiefgründig ist (und etwas für Windhundfans), vermutlich müsste ich hier auch wieder mal die bemerkenswerte sprachliche Wucht, Einprägsamkeit und Schönheit der Sprache aufführen – „Tochter des Schattens“ hat die letzten 25 Jahre auf meinem Bücherbord überdauert (das regelmäßig durchgeschaut wird, allein aus Platzgründen), und ich sehe nicht, dass sich das ändern wird.

 

Tag 28 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 7 bereits erhalten, 16 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 27 | 30 Days Book Challenge

 

27 Ein Werk, das vertont worden ist, z. B. als Hörbuch oder Hörspiel

Es ist ein bisschen bitter, schon wieder die Achseln zu zucken und „Ach“ zu sagen, aber Hörbücher (Hörspiele betrachten sich jetzt bitte mal als „mitgemeint“) und ich waren in den letzten Jahren nicht unbedingt Freunde. Der Grund ist einfach: Mir fehlt die Zeit zum Hören. Hören ist nicht mein bevorzugter Sinn.

Nun hört sich das vielleicht nach einem Widerspruch an, wenn man weiß, dass bei mir meistens das Radio läuft (als Soundteppich kurz über der Wispergrenze), aber da höre ich nur ab und an mal hin, bekomme Lieblingslieder mit, Nachrichten, Comedy (*seufz*) und gelegentlich Werbung. Konzentriert ZUHÖREN, und das möchte ich bei Hörbüchern, kann ich nicht, denn in der Regel arbeite/mache ich irgendwas nebenbei, sei es Job oder privat, wofür ich ungeteilte Aufmerksamkeit brauche. Ich habe mir irgendwann versucht anzugewöhnen, nur ein Ding gleichzeitig zu machen (verdammtes Multitasking!), und ZUHÖREN und gleichzeitig arbeiten geht bei mir nicht. Fernsehen und nebenbei lesen kann ich übrigens auch nicht, dann bekomme ich in der Regel von einem nichts mit, dann lasse ich es lieber gleich. Vor dem Einschlafen schaue ich lieber irgendwas im TV, als dass ich hören würde. Beim Spazierengehen oder Autofahren parallel Hörbuch hören würde natürlich funktionieren, aber wenn ich draußen bin, will ich meine Umwelt mitbekommen, ich MUSS mich nicht mit Stöpseln in den Ohren, die ich eh nicht mag, abschotten. Und momentan fahre ich zu selten regelmäßig und längere Strecken Auto, als dass ich Lust auf Hörbücher hätte, um mir die Zeit zu vertreiben. Ich will DA sein, wo ich bin.

Ich habe also kein Hörbuch für euch? Doch. Aber wieder mal nicht den heißen Scheiß aus der Hörbuchschwemme (wobei ich euch sagen könnte, dass es Becky Chambers‘ „langen Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten“ im Original! als Hörbuch gibt, absolut zu empfehlen, wenn man die Stimme der Sprecherin mag), sondern was Literarisches.

Christa Wolf (Wikipedia-Artikel) war eine DDR-Schriftstellerin; bzw. bezeichnet das den Zeitraum ihres Schaffens, der für mich die größte Relevanz hatte. Ich bin zu jener Zeit (im Westen) aufgewachsen, ich hatte Verwandte in der DDR, die wir regelmäßig besuchten, ich begann, mich für Politik zu interessieren und zu diskutieren, ich war im Thema. Als „Kassandra“ – und ich spreche hier von „Kassandra“ – 1983 herauskam, war das die Zeit der erstarkenden Friedensbewegung, der Aufrüstung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs und des NATO-Doppelbeschlusses. Es war auch die Zeit, wo ich mich (vermutlich) zum ersten Mal mit feministischen Ideen und der damals sogenannten „weiblichen Spiritualität“ auseinandersetzte. Aufgewachsen mit Gustav Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“ und vorbelastet durch einige Jahre Altgriechischunterricht war mir das handelnde Personal mehr als vertraut, und Christa Wolfs Interpretation legte sich mühelos wie eine Folie darüber und faszinierte mich zutiefst. Nicht dass mir mein Buch durch zu viel Lesen unter den Händen zerfallen wäre (ich habe es noch, es sieht gut aus), aber ich habe es oft gelesen und sehr geliebt.
Wikipedia schreibt: „Die in selbstverständlichem ‚Wir‘-Gefühl zum trojanischen Hof gehörende Kassandra, die die um sich greifende ‚Vorkriegs‘- und ‚Sicherheits‘-Mentalität als ihr völlig fremd empfindet, muss sich in einer mühsamen Selbstaufklärung zunächst des Sachverhalts bewusst werden, dass ihr eigenes Leben als Königstochter und Priesterin in die herrschaftsbildenden Strukturen am Hof verwoben ist.“ (Quelle: Wikipedia-Artikel) „Vorkriegs- und Sicherheitsmentalität“? Das kommt mir aktuell bekannt vor. Vielleicht sollte ich das Buch erneut lesen.

Und dann diese Stimme, die mich in ihren Bann zieht/zog, seit ich eine Aufnahme von „Kein Ort. Nirgends“ von ihr selbst gelesen gehört hatte. Christa Wolf mag keine großartige Sprecherin sein, aber sie ist, wie jede*r Autor*in, durchdrungen von ihrem Buch. Als ich also per Zufall darauf stieß, dass eine ungekürzte Lesung von „Kassandra“ existiert, musste ich die haben (Hörprobe (3 Minuten) beim Verlag). Herausgekommen ist das Hörbuch 2012, da lebte Christa Wolf allerdings schon nicht mehr, ich gehe davon aus, dass diese Ausgabe auf einer Aufnahme von 1992 basiert, die der SR gemacht hat. Ich kann euch außerdem einen 5-minütigen YT-Schnipsel einer Kassandra-Lesung aus dem Jahr 2010 anbieten (HIER KLICKEN), ich halte beides für einen guten Einstieg.

 

Tag 27 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 17 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

 

Songs For Love

 

Heute mal keine Gedichte, dafür schicke ich euch mit drei Ohrwürmern (hoffentlich) in die neue Woche …

 

Bryan Adams, Rod Stewart, Sting – All For Love
1994. Soundtrack zur Verfilmung der drei Musketiere. Ach, so jung waren die alle mal …

Lyrics findet ihr hier auf songtexte.com: HIER KLICKEN

 

 

 

Phil Collins – Can’t Stop Loving You

2002. Auch noch bessere Zeiten für Mr. Phil.

Lyrics auf songtexte.com: HIER KLICKEN

 

 

 

 

Einer DER Klassiker schlechthin: Simon & Garfunkel – Bridge Over Troubled Water (Live)

Infos zum Song: Wikipedia
Lyrics auf der Website von S&G: HIER KLICKEN

Ursprünglich 1970 erschienen, ist dies eine späte Aufnahme, vermutlich aus den 2000ern, ich weiß es nicht, eine*r von euch vielleicht? Es wird behauptet, dies wäre DAS Lied von Simon & Garfunkel, ich teile diese Ansicht nicht, finde es aber in dieser winzigen Reihe überaus passend.

 

 

Es gibt aktuell eine Doku über Simon & Garfunkel auf arte – Simon & Garfunkel: Traumwandler des Pop (HIER KLICKEN) – bis zum 21.10.2020, dir mir den Anlass für diese Serie beschert hat. Wenn ihr Zeit habt, schaut rein, sie ist sehr sehenswert.

 

Was immer ihr gerade tut, kommt gut in und durch die neue Woche! 🙂

 

Tag 26 | 30 Days Book Challenge

 

26 Ein Reiseführer, der bei Dir den Wunsch zu einer Reise geweckt hat

Ich musste erst mal bisschen nachdenken, um die Aufgabe zu verstehen. Ähm. Tschuldigung, bei mir ist das wieder mal anders. Ich lese nicht, um dann anhand des prächtigsten/buntesten/detailliertesten Reiseführers zu sagen: Ach, da könnte ich ja auch mal hin. Bei mir ist es gerade umgekehrt. Ich interessiere mich für ein Ziel und suche mir dann Reiseführer dazu aus, um herauszufinden, was konkret ich da alles anstellen könnte.

So weit, so schlecht, und damit könnte ich den Beitrag eigentlich schließen, wenn er mich nicht dazu verleitet hätte, mich zu fragen, wie ich denn eigentlich auf meine Ziele komme.

In den letzten Jahren überwiegend durch drei Faktoren: Fotos, die ich auf anderen Blogs entdecke, Bücher, die an jenen Orten spielen, Menschen, die dort wohnen oder mir von einem Besuch dort erzählen.

Was die Fotos angeht, möchte ich euch nur einen Blog vorstellen, dessen Inhaber mich mit seinen unvergleichlich und atemberaubend schönen Fotos konstant anfixt: Helmuts MEERblick.blog. Irgendwann komme auch ich noch auf die Halligen, an der Küste bin ich ja schon relativ regelmäßig! Bestimmt!

Was die Bücher angeht, so ist die Zahl derer, die an schönen Orten spielt, welche auch mehr oder weniger gut bzw. ausführlich beschrieben werden, Legion. Hier sind natürlich an ersten Stelle die diversen Regionalkrimis zu nennen, ob Eifel-, Taunus-, Bodensee- oder Ostfrieslandkrimis (ich weiß, es gibt unglaublich viele und das Niveau ist äh, vielfältig, das ist KEINE Wertung), aber ebenso haben viele weitere Autoren aus ihrer Liebe zu Land und Leuten kein Geheimnis gemacht. Hier würde ich mich über eure Favoriten freuen – schreibt sie mir in die Kommentare, einfach nur Autor*in und Titel bitte.

 

***

 

Und ich habe mich mal umgeschaut, wer von den Blogmenschen, denen ich folge, Bücher veröffentlicht hat, die ich euch ans Herz legen möchte: ganz sicher eine willkürliche und unvollständige Auswahl.

Ladys first? Ladys first.

Jutta Reichelt. Dass ich ein Fan von Jutta bin und gern mitschreibe, wenn sie ruft, ist aus diesem meinem Blog leicht ersichtlich, bitte unter „Geschichten-Generator“ nachlesen. Ihr Roman „Wiederholte Verdächtigungen“ ist bereits 2015 erschienen und verdient es, nicht in Vergessenheit zu geraten: HIER KLICKEN.

Mitzi Irsaj. Münchnerin, die mich seit einigen Jahren mit Geschichten aus Giesing bekannt macht – nicht, dass ich vorher gewusst hätte, dass es einen Stadtteil dieses Namens gibt, aber ihre Erzählungen sind voller Herz, lebensklug und mehr als vergnüglich zu lesen. Schwer Italien-verrückt ist sie außerdem. Wer mehr über ihre Bücher wissen möchte, findet diese HIER.

Natalie – die Frau aus dem Fundevogelnest. Natalie hat mit „Zwischenzeit“ ein Buch geschrieben, das irgendwo im Hamburger Norden spielt (okay, nicht mein bevorzugtes Reiseziel), dem ich aber wünsche, dass mehr Menschen es lesen, weil ich Natalie für eine großartige Erzählerin halte und in ihre Figuren verliebt bin. Auch wenn das Buch das Manko hat, dass sein Verlag ihm nicht mal ein Korrektorat angedeihen ließ, was man leider sehr bemerkt und was alles über diesen Verlag aussagt, was man wissen muss. Mehr Infos: HIER KLICKEN.

Nina Bodenlosz. Sie schreibt bei den Etüden mit – und schreibt auch sonst mit spitzer Feder, bissigem Humor und der Spur Unvorhersehbarkeit, die scheinbar alltägliche Geschichten phantasievoll funkeln macht und heraushebt. HIER und HIER mehr lesen.

 

Simon Segur. Im „normalen Leben“ heißt der Mann Jonas Torsten Krüger und hat gemeinsam mit seinem Bruder zwei abgedrehte Krimis veröffentlicht, die in/um Frankfurt/Main spielen. Abgedreht auch deswegen, weil Ornithologie eine tragende Rolle spielt. Den ersten – „Die Tränen der Vögel“ – habe ich mit viel Vergnügen gelesen, „Frankfurt am Mord“, der zweite, wird bald folgen. Mehr erfahren kann man HIER.

René, der BerlinAutor. René schreibt nicht nur Etüden, René schreibt auch kürzere oder längere Kurzgeschichten, die immer auch Berlin zum Thema haben und die er dem Genre „Funny Fiction“ zuordnet – laut Selbstauskunft „irgendwo zwischen Joachim Ringelnatz, Loriot und Heinz Erhardt“. Und er nimmt sich nicht so ernst, trotz aller Leidenschaft. HIER weiterlesen.

Olpo (Oscar-Ludwig Possinger). Sein „Rolla“-Buch – „5000 Kilometer Urlaub und 390 Euro“ – kommt am ehesten an das heran, was mich zum Mit-/Nachreisen (zumindest mit dem Finger auf der Landkarte) inspiriert: ein Tagebuch von einem, der mit dem Roller Griechenland bereist(e), möglichst viel sieht und erlebt und mit möglichst wenig Geld durchkommt. Perspektive sowie Autor ist mit Sicherheit als ungewöhnlich, eigenwillig und authentisch zu bezeichnen. Ähnliches gilt auch für Teile des zweiten Buchs – das „Mindestens“ –, nur dass er hier in Kroatien unterwegs ist. Motorradaffine Leser*innen haben eindeutig Vorteile.

 

Tag 26 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 17 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 25 | 30 Days Book Challenge

 

25 Ein Buch, auf das Du durch den Klappentext neugierig wurdest

Diese Aufgabe schreit nach einem Sachbuch. Denn, ganz ehrlich, Belletristik nach dem Klappentext? Och nö! Mir ist es zu oft passiert, dass ich mich gefragt habe, ob derjenige, der den Klappentext verzapft hat, das Buch überhaupt gelesen hat. Je belletristischer das Buch, desto häufiger ist der Klappentext reines Marketing, so meine Erfahrung (bei Feuilleton-Literatur trauen sich die Verlage das weniger).
Daher kaufe ich entweder einen Autorennamen oder nach Rezensionen – und deshalb folge ich auch relativ vielen Buchblogs, deren Rezensionen lese ich regelmäßiger als die entsprechenden Seiten in Zeitungen.

Wo Klappentexte aber noch ganz gut funktionieren, sind Sachbücher. Ich möchte euch zwei präsentieren. Auf das erste, „Federnlesen“ von Johanna Romberg, stieß ich vermutlich in den Bücherhallen auf der Suche nach irgendwelchen Vogelbestimmbüchern. Ist leider immer noch nicht so, dass ich großartig Ahnung von dem hätte, was draußen so herumfliegt, aber ich habe speziell zum Thema „Vogelstimmen erkennen lernen“ mal eine Zeit lang sehr intensiv gesucht (wird nicht mein Ding, ich vermute, ich bin zu alt). Dabei fiel mir dann auch „Federnlesen“ in die Hände, von dem ich den Klappentext las (im Bild links, „Über die Magie des Beobachtens“ ) und es spontan mitnahm. Es ist ein angenehmes, sehr persönliches Buch von einer Journalistin und Hobby-Ornithologin, von einer, die Ahnung hat und darüber so schreiben kann, dass es auch jemanden packt, der keine Ahnung hat. Man geht klüger und erfreut daraus hervor. Ich mag es sehr. Und zu meiner großen Freude kann ich wieder mal zu den Leselebenszeichen von Ulrike Sokul verlinken, der dieses wunderbare Buch auch sehr gefallen hat: HIER.

 

Quelle: Links Buchrückseite „Federnlesen“ von Johanna Romberg, rechts „Federn“ von Thor Hanson
Klick macht groß!

 

Ob ich im gleichen Zusammenhang auch über das zweite Buch stolperte, „Federn“ von Thor Hanson aus der aus Prinzip schon großartigen „Naturkunden“-Reihe, weiß ich nicht mehr. Sicher ist, dass ich mich ähnlich wie bei der Frage nach Vogelrufen schon öfter gefragt hatte, was denn das für Federn sind, die mir da vor die Füße geraten, wenn ich zum Beispiel um den Teich gehe (meistens Tauben). Nun beantwortet dieses Buch die Frage eher theoretisch-grundsätzlich, zugegeben, aber nicht minder unterhaltsam und auch für Laien zugänglich. Thor Hanson ist ein amerikanischer Biologe, der über die Beobachtung von Geiern auf das Thema „Federn“ kam, das ihn seither nicht mehr loslässt: „Federn – Ein Wunderwerk der Natur“. Nachdem ich ihm begeistert und staunend durch seine Erörterung zu den Federn des Archaeopteryx gefolgt bin, wusste ich, dass dieses Buch unbedingt ebenfalls bei mir einziehen muss, damit ich es häppchenweise lesen kann, wann immer mir nach geballtem Wissen über Federn ist. Es gibt so viel, was ich nicht weiß, nicht mal ansatzweise. So schön!

Ich habe für Interessierte ein paar Rezensionen herausgesucht: FAZ, Deutschlandfunk Kultur, Elementares Lesen – und möchte euch sowohl „Federn“ wie auch „Federnlesen“ überaus gern ans Herz legen.

 

Tag 25 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 17 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!

 

Tag 24 | 30 Days Book Challenge

 

24 Ein Buch, das Du gerne mal verfilmt sehen würdest

Ich schwächele, muss ich zugeben. Das ist schon wieder nicht meine Frage, so wenig, wie ich ins Kino gehe, und so kritisch, wie ich mit der Verfilmung von geliebten Büchern eigentlich bin. Ich finde mich da etwas, äh, einfallslos.

Aber gut: Ich wünsche mir mehr Fantasy-Verfilmungen, natürlich. Peter Jackson hat damit angefangen und der Welt gezeigt, dass man sogar einen Klops wie den „Herrn der Ringe“ angemessen verfilmen kann (auch wenn ich kein Fan der „Hobbit“-Trilogie bin).

Weil wir erst neulich (Tag 20) davon sprachen: Könnte bitte endlich wer Michael Endes „Unendliche Geschichte“ so verfilmen, dass man nicht weinend aus dem Kino rennt bzw. einem das Messer in der Tasche aufgeht?

Als Fan wünsche ich mir seit Jahren eine Verfilmung der Bücher von Patricia McKillip, zum Beispiel der „Riddlemaster“-Trilogie oder dem von mir bereits angesprochenen „Bards of Bone Plain“ (Tag 17) von jemandem, der sie liebt.

Genauso gut könnte jemand, der ein Faible für Sci-Fi hat, aber auch Becky Chambers’ „Der lange Weg zu einem zornigen Planeten“ (Tag 06) verfilmen. Das ging ja auch bei Star Trek, was eigentlich eine ähnliche Stoßrichtung hat, bloß moderner ist.

Und was „Literatur“ angeht: „Katzentisch“ (Tag 02) von Michael Ondaatje würde sich ebenfalls eignen, „Action“ ist genug drin, wenn man darauf Wert legt, und wenn nicht, ergäbe es einen prima Arthouse-Film. Die Verfilmung von „Der englische Patient“ ist ja sogar ein Renner geworden, der diverse Oscars abgesahnt hat, wie ich immer noch finde, völlig zu Recht.

 

 

Tag 24 | 30 Days Book Challenge | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Mein Dank verfolgt unverdrossen Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt.

 

Off topic: Adventüden (hier klicken): 6 bereits erhalten, 16 weitere Zusagen. Sehr schön! Weiter so!