Von der Erde und Sternen

 

Sinnender Spatenstich

Unter der Erde murkst etwas,
Unter der Erde auf Erden.
Pitschert, drängelt. – Was will das
Ding oder was wird aus dem Ding,
Das doch in sich anfing, einmal werden??

Knolle, Puppe, Keim jeder Art
Hält die Erde bewahrt,
Um sie vorzubereiten
Für neue Zeiten.

Die Erde, die so viel Gestorbenes deckt,
Gibt dem Abfall, auch Sonderlingen
Asyl und Ruhe und Schlaf. Und erweckt
Sie streng pünktlich zu Zwiebeln, zu Schmetterlingen.
Zu Quellen, zu Kohlen – – –

Unter der Erde murkst ein Ding,
Irgendwas oder ein Engerling.
Zappelt es? Tickt es? Erbebt es? –
Aber eines Tages lebt es.
Als turmaufkletternde Ranke,
Als Autoöl, als Gedanke – – –

Fäule, Feuchtigkeit oder feiner Humor
Bringen immer wieder Leben hervor.

(Joachim Ringelnatz, Sinnender Spatenstich, aus: Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute, 1934, Online-Quelle)

 

Halt mich!

Nachthimmel, hin durch den endlosen Raum
breitet sich dein Kleid
königlich. Deines Gewandes Saum
ist ein Perlengeschmeid.

Und ein Sternlein heißt Erde.

Erde, ich suche dein Ende;
nimmer greifen es meine Hände.
Gewaltige Erde, wie heiße ich? …

Halt mich! Ich seh rings mit Gewalt
Unendlichkeiten winken.
Halt mich! Ich müßte ohne Halt
als Nichts im All versinken.

(Fritz Philippi („Westerwalddichter“ (Wikipedia)), Halt mich!, aus: Aus der Stille, 1901, Online-Quelle)

 

Alle, welche dich suchen, versuchen dich

Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebärde.

Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich.

Ich will von dir keine Eitelkeit,
die dich beweist.
Ich weiß, dass die Zeit
anders heißt
als du.
Tu mir kein Wunder zulieb.
Gib deinen Gesetzen recht,
die von Geschlecht zu Geschlecht
sichtbarer sind.

(Rainer Maria Rilke, Alle, welche dich suchen, versuchen dich, aus: Das Stundenbuch/Das Buch von der Pilgerschaft, 1901, Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay

 

Sturm (neu) und Regen oder nicht – kommt alle gut in die neue Woche!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 08.09.20 | Wortspende von BerlinAutor

Na, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, ist die Grippe weitergezogen und hat euch hoffentlich weder bleich noch gebleicht hinterlassen, auf dass ihr von allen wieder geknuddelt werden könnt und werden möchtet? Ich wünsche es euch allen!

Dann geht es los wie jedes Mal mit Statistik und Liste, für alle, die vielleicht die eine oder andere Etüde verpasst haben und noch mal nachlesen wollen. Es wurden von 31 teilnehmenden Blogs insgesamt 48 Etüden eingereicht (inklusive Nachzügler). Sehr schön! Vielen Dank!
Die Liste führen dieses Mal Wortspenderin Alice und der wertgeschätzte Herr fraggle mit jeweils 4 Etüden an, darauf folgen die Puzzleblume und Werner mit jeweils 3 Etüden.
Wir haben eine Neue (hurra!), Lea von kommunikatz, und einen Neuen vom Blog natuerlichnackt, (willkommen nochmals bei den Etüden!), allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich Letzteren mit der Bitte, seine Sachen nicht in meinen Kommentaren, sondern auf seinem Blog zu posten und zu mir zu verlinken, nicht verschreckt habe. Wir werden sehen.

Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – ihr kennt das ja.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier, hier, hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier, hier und hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Elvira vom Quilt-Traum: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Carmen aus der Wortwabe: hier
Susanne auf books2cats: hier
Martina auf Und sonst so?: hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier
Judith von Mutiger leben: hier und hier
fraggle auf reisswolfblog: hier, hier, hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Yvonne von umgeBUCHt: hier
Andrea im Hummelweb: hier
Ines auf LEINWANDARTISTIN: hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
natuerlichnackt in meinen Kommentaren: hier
Lea auf kommunikatz: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
René auf „Wer lesen kann, liest hier. Über Berlin“ – Der BerlinAutor: hier
Resi Stenz in meinen Kommentaren: hier

Nachzügler (heute Nacht/Morgen):
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Veronika auf vro jongliert: hier

Wie immer: Vielen Dank an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Vielen Dank an Alice für die Wortspende!

Die Wörter für die Textwochen 08/09 des Schreibjahres 2020 kommen von René, der mit seinen meist auf Berlin bezogenen Etüden jetzt auf seinen neuen Zweitblog „BerlinAutor“ umgezogen ist. Seine Begriffe lauten:

Schabernack
breit
erheben.

 

Okay, ich hier im Norden habe keine/n Fasnacht/Karneval/Fasching, ich hoffe/vermute jedoch, dass es euch damit anders geht und dass euch der Schabernack nicht vor unüberwindliche Probleme stellt. Oh, ja, bevor mich jemand dran erinnert: Der Maskenzauber ist nicht das, was der Rest der Republik gemeinhin unter Karneval versteht. So gar nicht. Die Fotos kommen noch.

Ihr hingegen erinnert euch bitte auch weiterhin an den öden, blöden Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 01. März 2020. Habt weiterhin ein schönes Wochenende!

 

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

 

Freitag | abc.etüden

Wie eine flackernde Kerze, dachte sie beim Anblick der alten Dame erschrocken, die auf der Terrasse die spärliche Frühlingssonne genoss. Verfluchter Winter, er nahm so viel.

„Renate, bist du das?“ Suchend sah die alte Dame sich um.
„Nein, Frau Neumann, ich bin doch Milena vom Pflegedienst. Wie geht es Ihnen heute Mittag?“

Sie kam jeden Tag zweimal, um das zu erledigen, was es zu tun gab. Auch, weil sonst keiner mehr da war. Haare, Haut, Gesichtsfarbe, die viel zu oft gewaschene und jetzt schlotternde Kleidung der alten Dame erinnerten Milena an ein ausgebleichtes Foto.
Wie anders waren die Herzlichkeit und das laute Lachen ihrer eigenen Großmutter gewesen, die bis zum letzten Tag vor Leben gestrotzt hatte. Mit ihr zu knuddeln war wie ein Ringkampf mit einem Bären gewesen. Einem, bei dem man gern unterlag, weil dann die pure Liebe über einem zusammenschlug.
Angenehm war es in der Sonne. Milena seufzte.

„Könnten Sie mir meine Decke von der Couch holen? Mir wird kalt.“
„Wie lange sitzen Sie denn schon hier, Frau Neumann? Haben Sie zu Mittag gegessen? Sie sollten hineingehen und einen schönen, heißen Tee trinken, nicht, dass Sie sich noch eine Grippe einfangen.“
„Nein, ich möchte gern hierbleiben. Heute ist doch Dienstag, da kommt Renate mich nachmittags immer besuchen. Wer sind Sie noch gleich?“

Ihre Jugendfreundin war vor sechs Monaten gestorben. Letzte Woche hatte die alte Dame das noch gewusst.

„Sie ist bestimmt gleich da, Frau Neumann. Kommen Sie mit in die Küche, dann helfe ich Ihnen, Tee und Kuchen vorzubereiten. Das wird Sie aufwärmen.“
„Na gut.“

Sie stand auf und folgte Milena in die Küche.

Wenn sie weiter so abbaute, musste sie Meldung machen, das wusste Milena, dann würde die alte Dame nicht mehr lange allein leben können, ohne sich selbst zu gefährden.
Denn heute war und blieb Freitag.

 

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 06/07.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Alice mit ihrem Blog Make a Choice Alice und lauten: Grippe, gebleicht, knuddeln.

Nein, nein, nein! Ich bin okay! Ich habe höchstens ein bisschen Winterblues und leide an allgemeiner Lustlosigkeit, aber sonst ist nichts, wirklich nicht! Bei mir ist es diesmal das Wort „gebleicht“, das mich verfolgt und mir von Tod und Vergehen erzählt. Ich wollte mir eigentlich viel lieber was Schräges über „Bleaching“ (von Zähnen) aus den Fingern saugen, aber das Traurige wollte mich nicht loslassen …

 

Vom Sturm und dem Leben

 

Ich will den Sturm!

Ich will den Sturm, der mit den Riesenfäusten
Vom Boden der Alltäglichkeit mich reißt
Und mich hinauf in jene Höhen schleudert,
Wo erst das Leben wahrhaft Leben heißt!

Ich will den Sturm, der mit gewaltgem Athem
Zur lichten Gluth die stillen Funken schürt
Und, alle Kräfte dieser Brust entfesselnd,
Zum Siege oder zur Vernichtung führt!

Laß mich nicht sterben, Gott, eh meine Seele
Ein einzig Mal in Siegeslust gebebt –
Ich kann nicht ruhig in der Erde schlafen,
Eh ich nicht einmal, einmal ganz gelebt!

(Anna Ritter, Ich will den Sturm!, aus: Befreiung. Neue Gedichte, 1900, Online-Quelle)

 

Vorgefühl

Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
Die Thüren schließen noch sanft und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.

Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.

(Rainer Maria Rilke, Vorgefühl, aus: Buch der Bilder, Erstes Buch, 1906, Quelle)

 

Der Sturm

Steht ein Rosenstrauch in deinem Garten
und er ist noch gar nicht grün.
Und du kannst es kaum erwarten,
daß die erste Knospe komme, zart und dünn,
und daß sie verkünde neues Leben.
Wartest, wartest voller Angst und Beben,
bis ein Morgen kommt – und sie ist da.

Und sie ist so fein und schlank und hell,
ganz geschlossen noch und kaum gesehn
und du möchtest, daß sie aufbricht, ganz, ganz schnell,
da du weißt, wie rasch die Zarten untergehn.
Doch es enteilt ein Tag und es enteilt ein zweiter
und die Himmel werden blauer, werden weiter
und die Knospe bricht nicht auf.

Und du weißt: wenn jetzt ein Frost kommt, stirbt sie,
stirbt und hat das Leben nicht gelebt.
Möchtest gerne helfen und weißt doch nicht wie,
fürchtest sehr, daß nicht ein Wind sich hebt,
der sie dir vom Stamme bricht –
in der Nacht, du schläfst und siehst es nicht,
und sie ist bei Tag schon tot.

Kommt dann eine Nacht, und Stürme brausen um dein Haus,
um dein Haus, mit den verschloßnen Toren.
Und du bäumst dich auf und willst und willst hinaus
und dir klingt’s wie Wimmern in den Ohren.
Endlich bist du draußen – und du siehst den Rosenstrauch dir an –
Sieh – es ist die Knospe aufgebrochen.
Was die Sonne nicht vermocht’ in langen Wochen,
hat ein einz’ger Sturm getan.

(Selma Meerbaum-Eisinger, Der Sturm, März 1941, aus: Ich bin in Sehnsucht eingehüllt, Online-Quelle, mehr zu Selma hier)

 

Gewitter hinter Baumsilhouetten in der Nacht | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Klar, dass es heute Sturmgedichte sein müssen, oder? Kommt gut durch den Sturm und in die neue Woche!

Update: Musik zum Tag. Enjoy!

 

 

 

Mitgliederwerbung mit Hindernissen | abc.etüden

»Was recherchierst du jetzt noch im Internet?«

»Ich versuche rauszufinden, ob hier in den letzten Jahren jemand verschwunden ist. Unaufgeklärte Morde und so.«

»Alter! Tickst du noch ganz sauber? Du sollst Unterschriften gegen die Umweltzerstörung sammeln!«

»Hab ich doch! Okay, ich erzähl es dir. Ich war im letzten Haus im Kastanienweg und hab an der Pforte geklingelt. Es summt, ich aufs Grundstück, Gebell. Rast so ein Köter auf mich zu und macht einen auf megawichtig. Ich ihn erst mal geknuddelt, damit er sich abregt, ich kann ja gut mit Hunden. Herrchen macht auf, ich erkläre, was ich will, und er sagt, ich soll reinkommen, er hätte keinen Bock auf Gespräche an der Tür, er hätte gerade erst ’ne Grippe überstanden. Okay, ich rein und ihm nach. Ich dachte ja Küche oder so, aber nee, ich lande im Arbeitszimmer. Er fragt mich, ob ich Tee will und verschwindet.

Okay, ich schau mich unterdessen um. Alter! Ich hab noch nie so viele Bücher auf einem Haufen gesehen! Alle Wände voller Regale! Und auf dem Schreibtisch dann dieser Schädel auf so einem schwarzen Tuch. Ein Totenschädel, ich schwör’! Weiß gebleichte Knochen und alles. Voll krass. Ja, kann man im Internet kaufen, sag nix. Daneben eine Kerze auf ’nem goldenen Leuchter und eine Sanduhr. Als der Typ dann mit dem Tee kam, hab ich ihn gefragt, ob der Schädel echt ist, und er hat mich richtig komisch angelächelt und geantwortet: ›Na, was denkst denn du?‹
Alter, ICH will nicht der nächste Schädel auf jemandes Tisch werden, ich hab mir meinen Kram geschnappt und bin abgehauen. Und ich sag dir eins: Wenn hier in den letzten zwanzig Jahren wer spurlos verschwunden ist, dann bin ich so was von schnell bei den Bullen, das hast du noch nicht gesehen!«

»Soll heißen, unterschrieben hat er nicht?«

»Alter!«

 

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 06/07.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Alice mit ihrem Blog Make a Choice Alice und lauten: Grippe, gebleicht, knuddeln.

Nicht so ganz ernst nehmen, bitte … ;-)

Diese Etüde spielt mit Motiven aus Freimaurer-Traditionen (hier nachlesen).
Ferner ist es mir schon öfter passiert, dass Leute (angeblich?) im Auftrag von durchaus seriösen Organisationen an meine Tür kamen und mir dann nicht nur eine Unterschrift ab-, sondern eine Mitgliedschaft aufschwätzen wollten. Lediglich der Ruf besagter Organisationen hat mich bisher davon abgehalten, das als den Versuch einer normalen Haustürabzocke zu sehen …

 

Von Baum und Wald

Junger Baum

Die Sonne küßte seine Zweige,
Ihm wurde wunderlich zu Mut.
Die Winde sagen: Neige, neige,
Neig dich zur Erde, junges Blut.

Er aber bog mit schlichter Geste
Wie hundert Arme sonnenwärts
Die lichtverhärmten nackten Äste
Und zog den Himmel an sein Herz.

(Heinrich Leberecht Fleischer, Junger Baum, Online-Quelle)

 

An eine Linde

Schöne Linde!
Deine Rinde
Nehm den Wunsch von meiner Hand:
Kröne mit den sanften Schatten
Diese saatbegrasten Matten,
Stehe sicher vor dem Brand!
Reißt die graue Zeit hier nieder
Deine Brüder;
Soll der Lenz diese Äst
Jedes Jahr belauben wieder
Und dich hegen wurzelfest.

(Johann Klaj / Georg Philipp Harsdörffer / Sigmund von Birken, An eine Linde, aus: Pegnesisches Schäfergedicht, Erstdruck: Pegnesisches Schäfergedicht, Nürnberg (Wolfgang Endter) 1644, Online-Quelle)

 

Mein Wald – Mein Leben

Ich sah den Wald im Sonnenglanz,
Vom Abendrot beleuchtet.
Belebt von düstrer Nebel Tanz,
Vom Morgentau befeuchtet.
Stets blieb er ernst, stets blieb er schön,
Und stets mußt ich ihn lieben.
Die Freud an ihm bleibt mir bestehn,
Die andern all zerstieben.

Ich sah den Wald im Sturmgebraus,
Vom Winter tief umnachtet,
Die Tannen sein in wirrem Graus
Vom Nord dahingeschlachtet.
Und lieben mußt ich ihn noch mehr,
Ihn meiden könnt ich nimmer.
Schön ist er, düsterschön und hehr,
Und Heimat bleibt er immer.

Ich sah mit hellen Augen ihn,
Und auch mit tränenvollen;
Bald hob er meinen frohen Sinn,
Bald sänftigt er mein Grollen.
In Sommersglut, in Winterfrost
Konnt er mir nicht mehr geben.
So gab er meinem Herzen Trost.
Und drum: Mein Wald – mein Leben.

(Emerenz Meier, Mein Wald, mein Leben, aus: Gedichte, 1897, Online-Quelle)

 

Kahle Bäume | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Kommt gut in die neue Woche!

Oh, und völlig off-topic: Hamburger und solche, die in der Gegend wohnen! Am nächsten Wochenende ist wieder Maskenzauber an der Alster (hier mehr dazu, es ist eh jedes Jahr das Gleiche, hier Fotos vom letzten Jahr, hier vom vorletzten, ja, ich steh auf Portraits).

 

Der Straßenkarneval im barocken venezianischen Stil

Samstag, 8. Februar 2020

Flanierende Masken 11:00 bis 14:00 Uhr
Höhepunkt Alsterarkaden ca. 13:30 Uhr

 

Sonntag, 9. Februar 2020

Flanierende Masken 15:00 bis 18:30 Uhr
Höhepunkt Alsterarkaden ca. 16:15 Uhr
Gemeinsames Abschlußdefilée für alle maskierte Hamburger 17:30 Uhr
Startpunkt Colonnaden Mitte vor dem Bocksbeutel

 

KOMMT WER MIT?

 

Schreibeinladung für die Textwochen 06.07.20 | Wortspende von Make a choice Alice

Was für zwei Wochen, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, war es nicht herrlich, überall auf Tiger in allen möglichen Varianten und Zuständen zu stoßen? Ich hatte nicht gedacht, dass ihr die Papiertiger so begeistert aufnehmen würdet, und habe mich total gefreut. Wobei auch ich zugeben muss, dass ich den Begriff zwar kenne, aber ausnehmend selten aktiv benutze. Wird sich jetzt vielleicht wieder ändern. Jedenfalls schlägt ihn mir jetzt die Autokorrektur meines Handys vor ;-).

Und los geht es mit der Statistik und der Liste, für alle die, die vielleicht die eine oder andere Etüde verpasst haben und noch mal nachlesen wollen. Es wurden – hört, hört – von 31 teilnehmenden Blogs sage und schreibe 55 Etüden eingereicht. Das ist richtig viel. Da ich jetzt inzwischen ja auf mehrere Jahre Etüden zurückblicken kann, kann ich sagen: typisches Winterhoch :-).
Wie immer: Vielen Dank an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben! Wieder dabei (gleich zweimal) war Ines mit ihrer LEINWANDARTISTIN, was mich sehr gefreut hat. Die Liste führt dieses Mal Sabine (Frau Wortgeflumsel) mit 6 Etüden an, danach kommen die Wortspenderin Donka mit 4 und Werner mit 3 Etüden.

Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – ihr kennt das ja.

Disclaimer: Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Veronika auf vro jongliert: hier
Nicole auf Die Waldträumerin: hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier und hier
Elvira vom Quilt-Traum: hier und hier
Donka auf onlybatscanhang: hier, hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Martina auf Und sonst so?: hier und hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier, hier, hier, hier, hier und hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier und hier
Carmen aus der Wortwabe: hier
Judith von Mutiger leben: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Anna-Lena auf Meine literarische Visitenkarte: hier und hier
Yvonne von umgeBUCHt: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier und hier
Natalie im Fundevogelnest: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Susanne auf books2cats: hier und hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
René auf „Wer lesen kann, liest hier. Über Berlin“ – Der BerlinAutor: hier und hier
fraggle auf reisswolfblog: hier
Ines auf LEINWANDARTISTIN: hier und hier
Andrea im Hummelweb: hier
Stepnwolf auf Weltall. Erde. Mensch … und Ich.: hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

 

Die Wörter für die Textwochen 06/07 des Schreibjahres 2020 kommen von Alice mit ihrem Blog Make a Choice Alice. Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich in der letzten Runde bei Alice’ Begriffen die Triggerdiskussion vom Zaun gebrochen hatte, und nachdem die die bekannten Wellen schlug, hatte ich Alice versprochen, dass sie sich für die neue Runde als gezogen betrachten sollte. Ihre neuen Begriffe lauten:

Grippe
gebleicht
knuddeln
.

 

Ja, sehr zeitgemäß, dachte ich auch.

Ihr hingegen denkt bitte auch weiterhin an den öden, blöden Etüden-Disclaimer: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 16. Februar 2020. Habt weiterhin ein schönes Wochenende!

 

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Die Verabredung | abc.etüden

 

Sie saß im Restaurant und wartete auf ihn.

Fünf Minuten.
Na ja, fünf Minuten, was war das schon. Sie jedenfalls war fast immer pünktlich.

Zehn Minuten.
Sie sah ständig auf ihr Handy. Nichts. Sie war doch keine belanglose Verabredung, die man mal eben so ignorieren konnte, oder?

Fünfzehn Minuten.
Nichts. Keine Nachricht, kein Thomas. Das Plätschern der Jazz-Lounge-Bar-Musik nervte sie. Gelangweilt las sie alles, was ihr in die Finger fiel, und erfuhr, dass das Restaurant Hochzeiten im kleinen wie im großen Rahmen ausrichtete. Aha. Das machte ihr das Warten nicht sympathischer.

Zwanzig Minuten.
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige, sagt man. Sollte sie ihn anrufen oder whatsappen? War das nicht zu aufdringlich? Aber wenn er im Auto saß, konnte er eh nicht rangehen.

Fünfundzwanzig Minuten.
Sie fiel innerlich in sich zusammen. Wenn sie etwas verunsicherte, dann mangelnde Verlässlichkeit. Warum passierte es immer wieder, dass sie geduldig Brücken baute und nach einem die Hand ausstreckte, der darüber hinwegsah, ihre Mühen gering schätzte oder einfach nicht fähig war, darauf einzugehen? Was machte sie falsch?

Dreißig Minuten.
Es gab eine Grenze zwischen einladend und aufdringlich, und die hatte sie scheinbar überschritten. Wenn Thomas sich nicht innerhalb von fünf Minuten meldete oder auftauchte, würde sie ihn als Papiertiger abschreiben. Einer mehr, der große Sprüche von Zweisamkeit klopfte und sich im Alltag als Reinfall erwies. Nicht mit ihr.

Fünfunddreißig Minuten.
Sie würde nicht weinen. Nicht hier. Ihr Glas Wein war leer, die Kellner schauten schon. Sie würde die Toilette aufsuchen, zahlen und gehen und zu Hause seinen Namen aus Herz und Telefonbuch löschen.

Achtunddreißig Minuten.
Die Tür flog auf, ein Mann stürzte herein, als der Kellner bereits neben ihr stand.
„Michaela“, stieß er hervor, „Gott sei Dank!“

Sie sah ihn auf sie zukommen. Ihr Herz wurde weit und sie verbarg die Tränen hinter einem Lächeln.

 

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 04/05.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang und lauten: Papiertiger, belanglos, plätschern.

Ich bin durchaus nicht der Meinung, dass es sich hier um ein Happy End handelt, eher um so ein „Gerade noch mal die Kurve gekriegt“-Gefühl – was denkt ihr?
Wie fühlen sich Männer in so einer Situation, ihr Herren?
Ich bin gespannt auf eure Anmerkungen.

 

Vom Meer und dem Du

 

Du bist mein Land

Du bist mein Land,
ich deine Flut,
die sehnend dich ummeeret;
du bist der Strand,
dazu mein Blut
ohn Ende wiederkehret.

An dich geschmiegt,
mein Spiegel wiegt
das Licht der tausend Sterne;
und leise rollt
dein Muschelgold
in meine Meergrundferne.

(Christian Morgenstern, Du bist mein Land, aus: Und aber ründet sich ein Kranz, 1902, Online-Quelle)

 

Nur dich

Der Himmel trägt im Wolkengürtel
Den gebogenen Mond.

Unter dem Sichelbild
Will ich in deiner Hand ruhn.

Immer muß ich wie der Sturm will,
Bin ein Meer ohne Strand.
Aber seit du meine Muscheln suchst,
Leuchtet mein Herz.

Das liegt auf meinem Grund
Verzaubert.

Vielleicht ist mein Herz die Welt
Pocht –

Und sucht nur noch dich –
Wie soll ich dich rufen?

(Else Lasker-Schüler, Nur dich, aus: Gesammelte Gedichte, 1917, Online-Quelle)

 

Lied vom Meer

Capri. Piccola Marina

Uraltes Wehn vom Meer,
Meerwind bei Nacht:
du kommst zu keinem her;
wenn einer wacht,
so muß er sehn, wie er
dich übersteht:
uraltes Wehn vom Meer
welches weht
nur wie für Ur-Gestein,
lauter Raum
reißend von weit herein…

O wie fühlt dich ein
treibender Feigenbaum
oben im Mondschein.

(Rainer Maria Rilke, Lied vom Meer, Der neuen Gedichte anderer Teil, 1918, Online-Quelle)

 

Sonnenuntergang mit Mondsichel über dem Meer | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Ich bin ja davon überzeugt, dass jede*r so was wie sein „inneres Meer“ hat. Ich jedenfalls habe gerade Sehnsucht nach meinem.

Kommt gut in und durch die neue Woche!

 

Zwei Welten | abc.etüden

Sie nennt mich „Tiger“. Seit Jahren. Eigentlich fast von Anfang an. Gut, es gibt Schlimmeres, ich kann sogar mal mit „Tigerchen“ leben. Im Eifer des Gefechts rutscht einem ja so manches heraus.

Was ich aber eigentlich nicht abkann, ist dieses Gesäusel, das sie manchmal draufhat. Schau mal dieses und mach mal jenes, ist das nicht nett und möchtest du nicht vielleicht doch …? Aber wehe, ich tue ihr Gerede als das ab, was es ist, nämlich belanglos, ignoriere sie und gehe meiner Wege. Dann ist sie beleidigt, seufzt ganz tief und bekommt manchmal sogar nasse Augen, vor allem, wenn ich einen Zug durch die Gemeinde gemacht habe und ein bisschen länger ausgeblieben bin. Wie ich das hasse, dass sie sich Sorgen macht! Ich liebe sie doch!

Gestern, ich muss es gestehen, hat sie mich mit ihrem halbgar dahinplätschernden Gerede so sehr genervt, dass ich erst laut und dann handgreiflich geworden bin. DIE – SCHNALLT – MANCHMAL – SO – WAS – VON – NICHTS! Komm mir jetzt bitte keiner mit „Gewalt ist keine Lösung“. Mir ist einfach der Kragen geplatzt.
Okay, ich muss einräumen, dass sie mir daraufhin prompt die Tür gewiesen hat. Hab sie noch irgendwas von „blöder Papiertiger“ pöbeln hören und bin abgehauen. Die ganze Nacht. So! Mütchen kühlen? Ich? Soll SIE sich doch erst mal beruhigen!

Heute Morgen tat es mir wirklich leid. Ich bin der Mann im Haus, ich hätte nicht so ausflippen dürfen. Verantwortung und so. Zum Glück hat sie nur „Na, du Spinner, alles okay?“ gesagt. Dann durfte ich wieder rein.
Und jetzt liege ich auf dem Sofa und sie streichelt mein Fell und krault mich hinter den Ohren, wenn sie an mir vorbeigeht. Ich muss nur noch herausbekommen, wo hier ein Papiertiger ist, denn in diesem Haus gibt es nur einen Fellträger, und der bin ich.

 

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay (hier und hier), bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 04/05.2020: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Worte stammen dieses Mal von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang und lauten: Papiertiger, belanglos, plätschern.

Ich bin sehr entzückt, dass bei der Vielfalt von Papiertigern auf DEN Trichter noch keine*r gekommen ist.

Ein schönes Wochenende wünschen wir euch! 🙂 🐱

 

Von Taufe und Kindsein

 

Einleitung

Eh man auf diese Welt gekommen
Und noch so still vorlieb genommen,
Da hat man noch bei nichts was bei;
Man schwebt herum, ist schuldenfrei,
Hat keine Uhr und keine Eile
Und äußerst selten Langeweile.
Allein man nimmt sich nicht in acht,
Und schlupp! ist man zur Welt gebracht.

(Wilhelm Busch, aus: Die Haarbeutel, Einleitung, 1878, Online-Quelle)

 

III. Thalia. Die Bürger.

Denn wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen;
So wie Gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben,
Sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren.
Denn der eine hat die, die anderen andere Gaben;
Jeder braucht sie, und jeder ist doch nur auf eigene Weise
Gut und glücklich.

(Johann Wolfgang von Goethe, aus: Hermann und Dorothea, Online-Quelle)

 

Wollt ihr die Kinder treu behüten

Wollt ihr die Kinder treu behüten,
laßt eure Sorge Liebe sein,
gedeihen doch die zarten Blüten
nur in der Liebe Sonnenschein.

Heilt auch das Leben manche Wunden,
die erste schließt sich nimmermehr
und ganz wird nie das Herz gesunden,
war seine Kindheit liebeleer.

(Albert Traeger (Wikipedia), Wollt ihr die Kinder treu behüten, Online-Quelle)

 

VERSE AUF EIN KLEINES KIND

Dir wachsen die rosigen Füße,
Die Sonnenländer zu suchen:
Die Sonnenländer sind offen!
An schweigenden Wipfeln blieb dort
Die Luft der Jahrtausende hangen,
Die unerschöpflichen Meere
Sind immer noch, immer noch da.
Am Rande des ewigen Waldes
Willst du aus der hölzernen Schale
Die Milch mit der Unke dann teilen?
Das wird eine fröhliche Mahlzeit,
Fast fallen die Sterne hinein!
Am Rande des ewigen Meeres
Schnell findest du einen Gespielen:
Den freundlichen guten Delphin.
Er springt dir ans Trockne entgegen,
Und bleibt er auch manchmal aus,
So stillen die ewigen Winde
Dir bald die aufquellenden Tränen.
Es sind in den Sonnenländern
Die alten, erhabenen Zeiten
Für immer noch, immer noch da!
Die Sonne mit heimlicher Kraft,
Sie formt dir die rosigen Füße,
Ihr ewiges Land zu betreten.

(Hugo von Hofmannsthal, Verse auf ein kleines Kind, Insel Verlag 1922, Online-Quelle)

 

Frisch getauft | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst, mit Erlaubnis des stolzen Vaters

 

Ich bin in dem Alter, wo ich bei Mini-Zwergen voll sentimentale Anfälle bekomme. Nein, keine peinlichen, jedenfalls noch nicht. (Ist die nicht süüüüß?)

Kommt gut in und durch die neue Woche!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 04.05.20 | Wortspende von OnlyBatsCanHang

Die erste Runde ist rum, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, wie fühlt ihr euch, seid ihr schon wieder drin im Schreiben? Ich eher nicht, habe ich festgestellt, bei mir hat es dieses Mal tatsächlich nur für eine Etüde gereicht … es war einfach zu viel los. Nun muss das ja nicht unbedingt was Schlechtes sein – war es auch nicht. Jedenfalls nicht bei mir.

Umso erfreuter bin ich, dass ich drei neue Etüdenschreiber*innen in unserer Runde begrüßen darf: Elvira vom Quilttraum, Judith von Mutiger leben und Susanne von books2cats. Nochmals herzlich willkommen, schön, dass ihr da seid! Das ist aber noch nicht genug, VIER Etüdenrückkehrer*innen haben (möglicherweise) „mehr schreiben“ als guten Vorsatz für das neue Jahr und sich von den Wörtern inspirieren lassen: Carmen, Ela, der Stepnwolf und Yvonne. Wobei der*die geneigte Adventüdenleser*in sich vielleicht noch an die Adventüde des Herrn Stepnwolf erinnert: die mit dem Werwolf. Ja, die. WILLKOMMEN ZURÜCK, ihr Lieben!

Na, dann fangen wir mal mit der Statistik und der Liste an. Eingereicht (ohne Nachzügler) wurden 44 Etüden von 31 Blogs. Die Liste führen diesmal drei Männer an: Gerhard mit fünf, fraggle mit vier und Werner mit drei Etüden.

Wie immer: Checkt bitte, ob alles mit euren Links okay ist, und meldet Fehler/Fehlendes oder ob sonst was falsch ist – ihr kennt das ja.

Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt.

Corly in Corlys Lesewelt: hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Jacqueline auf Meine bunte Textewelt: hier
fraggle auf reisswolfblog: hier, hier, hier und hier
Nicole auf Die Waldträumerin: hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier, hier, hier und hier
Die Hummel im Hummelweb: hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier und hier
Elke H. Speidel auf Transworte auf Litera-Tour: hier
Puzzleblume auf Puzzle: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Ulli aus dem Café Weltenall: hier
René auf Ein Blog von einem Freund. Von Humor. Und Spass. Aus Berlin. Im Ernst!: hier
Carmen aus der Wortwabe: hier
Elvira vom Quilt-Traum: hier
Judith von Mutiger leben: hier und hier
Viola auf viola-et-cetera: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Das andere Mädchen auf Das andere Mädchen: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier
Bernd auf Red Skies over Paradise: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Susanne auf books2cats: hier
Yvonne von umgeBUCHt: hier
Ela auf 365 Tage in Richtung 60: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier
Stepnwolf auf Weltall. Erde. Mensch … und Ich.: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier
Veronika auf vro jongliert: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

Vielen Dank an alle, die mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert haben!

Die Wörter für die Textwochen 04/05 des Schreibjahres 2020 kommen zum ersten Mal von Donka mit ihrem Blog OnlyBatsCanHang. Die neuen Begriffe lauten:

Papiertiger
belanglos
plätschern.

 

Auch im neuen Jahr darf der öde, blöde Etüden-Disclaimer nicht fehlen: Die Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Inhaltshinweise und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können. Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt nicht auf die nächste Liste, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst schon.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 2. Februar 2020. Habt weiterhin ein schönes Wochenende!

 

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay (hier und hier), bearbeitet von mir

 

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, bearbeitet von mir