Schreibeinladung für die Textwoche 43.17 | Wortspende von Sandra Matteotti

Nachdem in der gerade ablaufenden Woche, liebe Etüdenfans, -leser/innen und -schreiber/innen, die Worte von Gerda aus Griechenland kamen, hatten sie es dieses Mal nicht ganz so weit: Willkommen in der Schweiz! Vielen von euch werde ich den Blog der heutigen Wortspenderin nicht mehr vorstellen müssen, in dem sie sachkundig, engagiert und humorvoll Bücher aus den unterschiedlichsten Bereichen vorstellt, über das Leben philosophiert und eigene Texte zur Diskussion stellt oder sich ab und an mit dem Zeichnen beschäftigt: theoretisch und auch praktisch (wofür ich sie ja immer beneide): Sandra Matteotti und ihre Denkzeiten (denkzeiten.com).
Wenn ihr aber nur die Wörter für die Textwoche 43.17 sucht, hier sind sie:

Laterne
herbstfarbenbunt
loslassen.

Es gibt immer noch neue Mitschreiber/innen, daher wiederhole ich die Regeln jedes Mal. Also, bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir, von Sandra und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

Wie in jeder Woche erkläre ich auch heute wieder, dass diese Illustrationen dem kreativen Hirn des wertgeschätzten Herrn lz. entsprungen sind, dem Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist. Danke, Ludwig!

 

2017_43.17_eins_lz | 365tageasatzaday

2017_43.17_zwei_lz | 365tageasatzaday

 

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Schwester | abc.etüden

Sybilla starrte auf das halbamtliche Schriftstück in ihrer Hand und konnte nicht fassen, was sie da las. Ja, sie war die Tochter von Ilse Feldmann, geborene Kaludrigkeit, geboren 1926 in Königsberg in Ostpreußen – und sie hatte was? Eine Schwester, eher wohl eine Halbschwester, knapp nach dem Krieg geboren, also bevor ihre Mutter in den Westen Deutschlands gekarrt worden war und im Wirtschaftswunder Sybillas Vater kennengelernt und mit ihm eine Kleinfamilie gegründet hatte? Nun, ihre Mutter, die wenig über den Krieg gesprochen hatte, hatte zu ihren Erlebnissen in der Besatzungszeit noch hartnäckiger geschwiegen: „Wir haben uns gefühlt, als wären wir verdammt und müssten alles büßen, was der Hitler angerichtet hat. Es ist ein Wunder, dass so viele von uns irgendwie überlebt haben.“

Schaudernd begriff sie, wie grenzenlos allein ihre Mutter gewesen sein musste und wie verzweifelt. Sie war bei der Geburt noch minderjährig gewesen, ob man ihr das Kind weggenommen hatte oder ob sie es nicht hatte haben wollen? Ob sie überhaupt wusste, wer der Vater war, oder ob … Sybilla wollte das nicht weiterdenken.

Aber eines konnte sie machen, jetzt, sofort: Sie blickte auf die Adresse in ihrer Hand – Zweibrücken, wenigstens in Deutschland – und griff mutig zum Telefon. Als eine Frau mit einer älter klingenden Stimme abnahm, holte sie tief Luft: „Olga Petrowna … es könnte sein, dass wir Schwestern sind …“

 

2017_42.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 42.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Gerda Kazakou (gerdakazakou.com) und lauten: Zweibrücken, verdammt, grenzenlos.

Bin erst heute Nachmittag länger online, sorry.

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Knapp davongekommen | abc.etüden

Okay, okay, ich bin nachtragend, ich gebe es ja zu. Henry nennt das grenzenlos dumm, sauer auf die verdammte Katze zu sein, ich habe geschwiegen, um ihm nicht etwas an den Kopf zu knallen, woraufhin er drei Tage nicht mehr mit mir gesprochen hätte.
Nahtoderfahrung, Bindehautentzündung, schwersttraumatisiert, ha, Anton, blödes Biest! Mein heiß geliebtes Aquarium ist hin, und das nur, weil ich gutmütig war, und Henry tut so, als ob er nicht begreift, was mir das bedeutet hat und meint, dass ich mich nur künstlich aufrege! Typisch Mann, drückt sich vor Gefühlen und hält sich raus – ich möchte öffentlich dazu nichts anderes sagen, aber zu diesem Punkt könnte ich noch so einiges beisteuern.

Okay, der Kater hat daraufhin die Biege gemacht, was ich ihm auch geraten hätte, diesem Biest mit seinen roten Augen. Erst war er bei den Nachbarn und ich habe schon auf Horrorstories von drüben gewartet, aber dann ist er wohl von dort auch verschwunden. Jetzt schickt uns Henrys Ex-Frau die Kaffeekanne seiner verstorbenen Oma, säuberlich in jede Menge Zeitungspapier eingewickelt, und was lese ich? In Zweibrücken (und das ist ziemlich weit weg von hier, genauso wie seine Ex-Frau, zum Glück) gab es einen mysteriösen Todesfall mit einem abgetrennten Kopf, bei dem (un-)tote Katzen-DNA gefunden wurde!

Ich glaub, ich spinne, das ist doch nicht normal!

 

017_42.17_eins_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 42.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Gerda Kazakou (gerdakazakou.com) und lauten: Zweibrücken, verdammt, grenzenlos.

Wenn nichts geht (und ich habe gerade mal wieder zu wenig Zeit), dann geht immer noch eine vergnügte kleine Katzengeschichte, möge es Anton gut gehen, da, wo er jetzt ist!  🐱 🐱 🐱

 

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Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rainer Maria Rilke, Herbst, aus: Das Buch der Bilder, 1906, Quelle)

 

Herbstbaum | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Es ist kein Geheimnis, dass ich dieses Gedicht mag, und ja, Rilkes anderes allseits bekanntes Herbstgedicht (Herbsttag) liebe ich ebenfalls sehr. Zuerst entlasse ich euch aber mit der Stimme von Otto Sander in die neue Woche. Möge sie euch gut gelingen!

 

 

Schreibeinladung für die Textwoche 42.17 | Wortspende von Gerda Kazakou

Diese Woche, liebe Etüden-Fans, -Leser/innen und -Schreiber/innen, haben wir (fast) eine Premiere: zum zweiten Mal taucht ein Städtenamen in den Wörtern der Woche für die Etüden auf. Der erste, den es gab, war PRAG (Anfang Februar), wer schon so lange mitschreibt, wird sich vielleicht erinnern. Wer übrigens mal nachlesen möchte, welche Wörter es alle schon gab, der kann das hier tun.

Nun denn: Die Wörter für die Textwoche 42.17 stammen von Gerda Kazakou, Malerin und Schreiberin (gerdakazakou.com), die im schönen Griechenland lebt, und lauten:

verdammt
Zweibrücken
grenzenlos.

Es gibt immer noch neue Mitschreiber/innen, daher wiederhole ich die Regeln jedes Mal. Also, bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir, von Gerda und von allen anderen Mitlesern/-schreibern gefunden werden kann.

Wie jede Woche erkläre ich auch heute wieder, dass auch diese Illustrationen von dem wertgeschätzten Herrn lz. stammen, dem Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist. Danke, Ludwig!

017_42.17_eins_lz | 365tageasatzaday

2017_42.17_zwei_lz | 365tageasatzaday

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Die Auskunft des Spiegels | abc.etüden

Sie drehte und wendete sich vor dem Spiegel. Die große Frage: Sahen ihr Hintern und ihre Beine in dieser Hose fragwürdig aus oder vielleicht doch schon einen Schritt in Richtung anbetungswürdig?

Es waren ihre Lieblingsjeans gewesen, perfekte Farbe, perfekter Schnitt, sie erinnerte sich gern an die guten Zeiten. Aber dann hatte das Leben sich plötzlich übel gedreht und sie sich nicht nur mit zu viel Schokolade getröstet. Die Jeans überlebten das – im Schrank, als Mahnung. Nun, da sie sich Monat für Monat die Waage wieder hinunterkämpfte, hatte sie auch seelischen Ballast abgeworfen und fühlte sich mit jedem verlorenen Kilo lebendiger und schöner.

Sie lächelte sich im Spiegel zu. Nicht nur ihre Figur hatte gelitten, auch ihrem Selbstbewusstsein hatte sie keinen Gefallen damit getan, dass sie ihr inneres Wunschbild jahrelang ignoriert hatte. Oh ja, sie war so weit, die Jeans würden gehen, beschloss sie erfreut, aber selbstkritisch; anbeten musste sie sich allerdings noch selbst. Na, mal sehen, wohin sie ihre Reise dieses Mal führen würde.

 

2017_41.17_zwei_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 41.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Bernd von Red Skies over Paradise (redskiesoverparadise.wordpress.com) und lauten: Monat, fragwürdig, gehen.

 

Der Wintertyp | abc.etüden

Alles war endlich wieder offen. Der Himmel hoch, die Sicht klar. Dass seine Freunde derartige Metaphern für den Herbst- und Winterhimmel … fragwürdig und seine Abneigung gegen Monate ohne -er am Namensende (den Januar ausgenommen) zumindest ein wenig befremdlich fanden, nahm er gelassen hin. Poser nervten ihn sowieso, die hysterische, oberflächliche Geselligkeit der Sommer-Anbeter verursachte ihm körperliche Übelkeit.

„Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.“

Wäre es doch noch so, o Petrarca, dachte er bedauernd, heutzutage diente doch alles dazu, den eigenen Instagram-Account zu hypen. Es war entschieden schade, dass Selbstvergessenheit so aus der Mode gekommen war. Aber was kümmerte ihn die Gesellschaft, die seine Werte ablehnte; er wusste jedenfalls genau, was gut für ihn war.
Er verließ das Hamsterrad, verschmolz mit den farbdurchwehten Wäldern und atmete tief durch. Sollten doch die anderen, er war raus bis zum Frühling.

 

2017_41.17_eins_lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 41.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Bernd von Red Skies over Paradise (redskiesoverparadise.wordpress.com) und lauten: Monat, fragwürdig, gehen.

Zum Zitat siehe den Wikipedia-Artikel zu Petrarca.

 

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Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht die mir die Zeit genommen/
Mein sind die Jahre nicht/ die etwa möchten kommen
Der Augenblick ist mein/ und nehm‘ ich den in acht
So ist der mein/ der Jahr und Ewigkeit gemacht.

(Andreas Gryphius: Betrachtung der Zeit, Epigramme. Das erste Buch, 1663, Quelle)

 

 

Mir war so danach. Ja, Otto Sander, ist er nicht einfach großartig? Ja, das ist ein Fehler im Vorspann, der Autor ist nicht Paul Fleming sondern Andreas Gryphius (obwohl Fleming ein Zeitgenosse von Gryphius war).

Kommt gut in die neue Woche!

 

Schreibeinladung für die Textwoche 41.17 | Wortspende von Red Skies Over Paradise

Nach Interpol(en) in jeder Form und überquellenden Honigpumpen geraten wir mit der neuen Wortspende, liebe Etüden-Fans, -Leser/innen und -Schreiber/innen, dieses Mal wieder in leichter verträglichere Gewässer. In dieser Woche bieten die Wörter, so erscheint es mir jedenfalls, eher der Phantasie ein Geländer, als dass sie Berggipfel darstellen, die mehr oder weniger herausfordernd erklommen werden müssen. Schickt eure/n innere/n Schreiber/in also zum Lustwandeln auf die (ungewohnt friedliche) Wortwiese, bereitet von Bernd von Red Skies Over Paradise (redskiesoverparadise.wordpress.com), und erfreut euch an den Wörtern für die Textwoche 41.17:

Monat
fragwürdig
gehen.

Bitte diese 3 Wörter in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir, von Bernd und von allen anderen Mitlesern/-schreibern gefunden werden kann.

Wöchentlich neu erkläre ich auch heute wieder, dass auch diese Illustrationen unverkennbar wieder von dem wertgeschätzten Herrn lz. stammen, dem Etüdenerfinder, der nach wie vor mit seiner Artpage unter ludwigzeidler.de zu finden ist. Danke, Ludwig!

 

2017_41.17_eins_lz | 365tageasatzaday

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Du machst mich traurig – hör

Du machst mich traurig – hör
(Hans Adalbert)

Bin so müde.
Alle Nächte trag ich auf dem Rücken
Auch deine Nacht,
Die du so schwer umträumst.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn
Und tat ihr blau.

Was tust du mir in meiner Todesstunde?

(Else Lasker-Schüler, 1917, Quelle)

 

 

(Zum Innehalten. Kein spezieller Anlass. Oder zu viele.
Einfach nur … so.)