Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war, –
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.

(Rainer Maria Rilke, Aus einem April, Das Buch der Bilder, 1. Buch, Teil 1, Quelle)

 

Frühlingsregen – 365tageasatzadayQuelle: Pixabay

 

Nach ein paar Tagen, die man sogar wohlwollend nur als „Aprilwetter, igitt“ bezeichnen kann, ist es mal wieder Zeit für sanftere Klänge bei den Montagsgedichten. Rilke geht bei mir ja bekanntlich immer, also warum nicht an diesem letzten Aprilmontag?

Kommt gut in die neue Woche!

 

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Alles Liebe, deine Banausen

„Verschreib dich auf der Karte bloß nicht bei ‚Safranstaubkussspuren'“, ermahnte ihn seine Schwester, „da sind drei s in der Mitte! Sonst bekommen wir bestimmt nichts zum Kaffee oder so, du weißt doch, wie sie ist.“

„Ich glaub eh nicht wirklich, dass sie sich freut, also maul mich nicht an, sonst kannst du es selber machen“, gab ihr Bruder mürrisch zurück, „‚Irisreinkarnationslied‘, erzähl mir mal, was das sein soll, Fräulein Superschlau.“
Die zuckte die Achseln. „Ey, solange wir nichts Besseres haben, ist es doch egal, wir sind sowieso die Banausen in der Familie, wir müssen das nicht wissen. Aber ich sage dir ganz ehrlich, wenn es nicht von Tante Käthe wäre, hätte ich es für eine alternative Augenheilmethode gehalten, so was mit Singen und Handauflegen, weißte?“

Er grinste plötzlich und warf den Kugelschreiber hin. „Okay, fertig. Dann gehe ich jetzt mal auf Knospenkollisionskurs und hole noch ein paar Blumen aus dem Garten für sie. Mach dich schon mal hübsch, wir fahren danach gleich los.“

 

lz abc.etueden schreibeinladung 1 kaethe 17.17 | 365tageasatzadayGrafik: ludwighzeidler

 

Für die abc.etüden, Woche 17.17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Frau Käthe (bittemito) und lauten: Safranstaubkussspuren, Knospenkollisionskurs und Irisreinkarnationslied.

Die erste Etüde mit neuen Wörtern ist immer so eine Sache. Ich wollte mit dieser bloß mal beweisen (auch mir): Es geht, auch wenn man erst mal schwer ins Grübeln gerät. Mal schauen, was in den nächsten Tagen noch so kommt …

 

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Schreibeinladung für die Textwoche 17.17 | Wortspende von bittemito

Hereinspaziert, hereinspaziert, liebe Etüden-Fans und solche, die es vielleicht noch werden wollen. Folgt mir in dieser Woche zu Silbersilbenspuren, Pupillenverhachungen und anderen Lebenslustschnappschussgrüßen von Madame Käthe Knobloch, ihres Zeichens Hüterin des Blogs bittemito.

Wie die Etüden zu derartig unnachahmlichen Wortungetümen kommen, wollt ihr wissen? Nun, ich habe die Etüden geerbt, wie ihr wisst, und dazu gehörte auch ein Beutelchen mit Wortspenden. Es ist mir eine Ehre, diese in die Runde zu werfen und das Versprechen an die Wortspender*innen damit einzulösen, bevor ich euch nach frischen Wortideen fragen werde.

Hier sind sie also nun, die Worte für die Woche 17.17:

Safranstaubkussspuren
Knospenkollisionskurs
Irisreinkarnationslied

Ja, die muss man langsam lesen und sich auf der Zunge zergehen lassen … wie Konfekt. Ja, Madame Käthe ist immer so. Ja, die Worte sollen so verwendet werden, wie sie da stehen, das heißt, eine Trennung wie in „Safranstaub hinterließ Kussspuren“  ist nicht im Sinne des Erfinders.

Ja, das stellt auch mich vor … eine Herausforderung, nicht nur euch. Ich hoffe, ihr mögt Wortknobeleien und entdeckt eure poetische Seele. Ich erzähle es auch keinem weiter. Ich doch nicht. Versprochen.

Nur zur Sicherheit erneut die Spielregeln für eventuelle Neuhinzukommer: Es geht darum, diese 3 Wörter in einer Geschichte unterzubringen, die maximal 10 Sätze umfasst. Die Reihenfolge ist egal, die Wörter sollen in dieser Form aber schon so verwendet werden.

Ach, und ihr dürft auch gern öfter als einmal pro Woche! Wartet also nicht auf eure beste Idee, schreibt einfach viele Etüden (Etüde = „Übungsstück, das spezielle Schwierigkeiten enthält“, sagt der Duden, ich finde diese Erklärung hinreißend und für unseren Fall mehr als zutreffend).

Das obligatorische Kleingedruckte:

  1. Bitte verlinkt diesen Beitrag unbedingt bei euren Etüden, wenn ihr sie veröffentlicht, damit es hier in den Kommentaren pingt, oder schreibt mir einen Link zu euren Etüden in die Kommentare. Sowohl der/die Wortspender/in als auch ich wüssten so gern, was ihr daraus macht, und wir folgen einfach nicht jeder oder jedem. Solltet ihr eure Etüde in die Kommentare schreiben wollen, weil sie aus irgendwelchen Gründen nicht in das Konzept eures Blogs passt, ihr einfach mal probieren wollt oder ihr gar keinen habt: herzlich gern!
    (Und wenn irgendwem unklar ist, wie man verlinkt, fragt einfach. Wir haben alle mal doof angefangen.)
  2. Die grandiosen Illustrationen stammen aller Unbill zum Trotz von Herrn lz. (vormals Blog textstaub/lz, jetzt Analog-Atelier ludwigzeidler.de, danke, Ludwig!). Sie können/dürfen als Beitragsbilder benutzt werden, dafür sind sie gedacht; ihr müsst aber selbstverständlich nicht.

 

lz abc.etueden schreibeinladung 1 kaethe 17.17 | 365tageasatzaday

 

lz abc.etueden schreibeinladung 2 kaethe 17.17 | 365tageasatzaday

 

lz abc.etueden schreibeinladung 3 kaethe 17.17 | 365tageasatzaday

 

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Gordischer Knoten | abc.etüden

Es war eine impulsive Entscheidung gewesen, er fühlte sich wie Alexander, als er den Gordischen Knoten durchgehauen hatte. Auf zu neuen Ufern! Sollten sie sich doch online zum Leichenschmaus versammeln und an seinen Knochen nagen. Er war raus aus der Sackgasse, er war frei, er war weg, es kümmerte ihn nicht mehr. Raus aus dem ganzen Fake-Leben: Als ob ihn die Farbe des Duschvorhangs anderer Leute je ernsthaft interessiert hätte!
Echte Kontakte würden bleiben, gewollte, keine aufgezwungenen, auf den Rest hatte er schon immer gern verzichtet. Sicher, so hatte er sich seinen Abgang nicht gewünscht, aber ihm war seine Lebenszeit – und seine Gesundheit – für den Mist zu schade.
Er fuhr an den See, hielt das Gesicht in die Sonne und die Nase in den Wind. Frühlingsgefühle, endlich.
Und später würde er malen.

Anmerkung: Dies ist FIKTION, liebe Leserinnen und Leser, eine Phantasie vor realem Hintergrund. Bitte nicht verwechseln.

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 3 16.17 | 365tageasatzadayQuelle: atelier lz

 

Für die abc.etüden, Woche 16/ 17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Annette (Ruhrköpfe) und lauten: Duschvorhang, Leichenschmaus und Frühlingsgefühle.

Ja, ich jetzt auch einen ohne Leiche. Musste doch gehen. Stellt euch übrigens für nächste Woche schon mal auf was richtig Überraschendes an Wörtern ein.  😉

 

 

Darüber spricht man nicht | abc.etüden

Sie fand das Wort Leichenschmaus gruselig und den dicken, jetzt nicht mehr ständig schnaufenden Onkel sowieso ziemlich eklig. Sie hatte sich auch nicht mehr „verabschieden“ wollen, wie ihre Mutter vorgeschlagen hatte, iiiih. Also hockte sie nun in ihren zweitbesten Klamotten zwischen ihren Eltern in dem Café neben dem Friedhof, nippte an dem viel zu süßen Kakao, verdrückte Unmengen trockenen Kuchen, hörte mit einem Ohr auf das Gerede der anderen Leute, hielt wie gewünscht die Klappe und dachte nach. Bei was denn nun war der Onkel an Herzversagen gestorben und warum hatte Mama ihr verboten, die Tante danach zu fragen, sie war doch seine Frau und überhaupt Mamas Schwester?

Irgendjemand hatte was von „Hand anlegen“ oder so gesagt, aber damit war nicht gemeint, dass der Onkel sich umgebracht hatte, bei der Frage hatte Mama nämlich ganz doof geguckt. Sie hatte dann schnell was von „Na ja, wohl eher Frühlingsgefühle“ gemurmelt und ihr lieber genau erklärt, wie die Tante den Onkel gefunden hätte. Es hätte nämlich ein Poltern im Bad gegeben, als der Onkel geduscht hatte, die Tante war reingerannt, hatte den Duschvorhang aufgezogen und da lag er und war tot.

Das war schlimm, klar, aber was war daran so spannend, dass vor allem die Frauen hinter vorgehaltener Hand gackerten und die Augen verdrehten? Sie verstand das alles nicht, das machte sie wütend. Musste so eine komische Erwachsenensache sein, für die sie noch zu jung war.

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 2 16.17 | 365tageasatzadayQuelle: textstaub.wordpress.com | atelier lz

 

Für die abc.etüden, Woche 16/ 17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Annette (Ruhrköpfe) und lauten: Duschvorhang, Leichenschmaus und Frühlingsgefühle.

Ja, ich weiß, ich habe mich gestern schon darüber ausgelassen, dass es diese Woche bei den Etüden so viele Leichen gibt, und prompt bin ich auch nicht besser. Aber ich hatte ja schon in den letzten Wochen das Bedürfnis, irgendwen zu meucheln, ich bin gar nicht überrascht, dass sich der Trend fortsetzt, bei diesen Steilvorlagen!

Kommt gut in die kurze nachösterliche Woche!

 

 

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Aufruf! Balladenmontag: Der Zauberlehrling

Ihr Lieben, wie angedroht ist heute Balladen(oster)montag, und hier kommt eine meiner erklärten Lieblingsballaden.
Balladen sind, so hatte ich das im Januar kurz erklärt, Romanhandlungen oder zumindest Episoden, die der Autor in Gedichtform gebracht hat. Das macht das Gedicht in der Regel länger, okay, und zumindest wenn es eine klassische Ballade ist, macht es das Gedicht auch gereimt (auf jeden Fall gibt es so etwas wie ein Versmaß). Und weil eine gute Geschichte die Protagonisten in Schwierigkeiten bringt (danke auf ewig für diesen Satz, Jutta), hat eine Ballade dramatische Elemente (denn die Schwierigkeiten müssen ja irgendwie bewältigt werden, und oft sind das drastische Lösungen), womit es dann erstens (hoffentlich) nicht langweilig ist und zweitens gleich drei Literaturgattungen vereint: Lyrik, Epik, Drama. Ja, ich weiß auch, dass es Balladen gibt, wo die Dramatik darin besteht, dass ein Apfel vom Baum fällt, aber die versuche ich zu ignorieren.

Ich habe mir einen DER Balladen-Klassiker ausgesucht, nämlich Goethes Zauberlehrling.

 

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder!
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen!
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach, und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein!

Nein, nicht länger
Kann ichs lassen:
Will ihn fassen!
Das ist Tücke!
Ach, nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!

Willst am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten!

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister, hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

„In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.“

(Johann Wolfgang von Goethe, Der Zauberlehrling, 1798, Quelle, Quelle)

 

Blog goes Ballade | 365tageasatzaday

Nun habe ich nicht vor, hier eine Gedichtinterpretation vorzunehmen, damit hat man mich schon in der Schule jagen können, und das ist inzwischen doch schon recht lange her. (Es ist ein Phänomen, dass Leute etwas gern zerreden und damit den Zauber kaputtmachen, selbst aus den besten Absichten. Wenn es nicht euer Ding ist, dann ist das eben einfach so.) Verweisen möchte ich aber gern auf den Artikel in der Wikipedia, der auch auf „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“, hinweist, was zumindest ich als geflügeltes Wort kenne. Und ansonsten hoffe ich, die Begegnung mit den Zauberlehrlingen amüsiert euch.

 

Natürlich gibt es massenweise Interpretationen des Zauberlehrlings. Zuerst habe ich Klaus Kinski für euch, der wirklich eine angenehme Abwechslung vom sonstigen Gesäusel ist.

 

 

Was womöglich viele von euch kennen, ist die musikalische Interpretation der „Jungen Dichter und Denker“. Die ist mir allerdings nach Kinski viel zu mainstreamig. Aber immerhin, die Idee ist gut. Nicht überzeugen konnte mich dagegen der ansonsten von mir sehr geschätzte Achim Reichel mit seiner Vertonung.

 

 

Das Osterei zum Schluss: Micky Maus als Zauberlehrling. Ein Ausschnitt aus „Fantasia“ von 1940. Ich muss immer wieder darüber lachen.

 

 

Na, hat es Spaß gemacht? Wenn ihr wollt, seid ihr jetzt dran. Füllt das Netz mit Balladen (und verlinkt mich gern. Auch das Bild oben ist dafür gedacht.). Gegen das Vergessen, gegen den alltäglichen mehr oder weniger großen Irrsinn!

Und schöne Rest-Ostertage euch allen!

 

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Schreibeinladung für die Textwoche 16.17 | Wortspende von Ruhrköpfe

Passend blumig gewandet zu Ostern, liebe Etüden-Fans und solche, die es noch werden wollen, kommen die Worte für die abc.etüden der folgenden Woche (Kalenderwoche 16.17) daher. Ich bin sofort in diesen wunderbaren Farben (und Blumen) schier ersoffen: Höchsten Dank an Herrn Textstaub, den Illustrator und Erfinder der Etüden, für diese Arbeit!

Ihr wisst vermutlich inzwischen, dass die abc.etüden den Gastgeber gewechselt haben: Textstaub widmet sich wieder eigenen Projekten und die Etüden ziehen jetzt zum zweiten Mal von hier aus ihre Kreise. Ein großer Dank an euch alle, die ihr letzte Woche schon mitgekommen seid; aber natürlich kann jede/r einsteigen, den/die die Idee irgendwie begeistert. Muss ja gar nicht regelmäßig sein, ich bin keine Beamtin mit einer Strichliste …  😉

Die Worte kommen in dieser Woche von Annette Mertens (knifflige Dinger, liebe Annette, Kaffee zum Wachdenken?), der Frau hinter den Ruhrköpfen, dem Blog für Dortmund und umzu, wie man hier sagen würde, und lauten:

Duschvorhang
Leichenschmaus
Frühlingsgefühle

Die Spielregeln für eventuelle Neuhinzukommer: Es geht darum, diese 3 Wörter in einer Geschichte unterzubringen, die maximal 10 Sätze umfasst. Die Reihenfolge ist egal, die Wörter sollen in dieser Form aber schon so verwendet werden.

Ach, und ihr dürft auch gern öfter als einmal pro Woche! Wartet also nicht auf eure beste Idee, schreibt einfach viele Etüden (Etüde = „Übungsstück, das spezielle Schwierigkeiten enthält“, sagt der Duden, ich finde diese Erklärung grandios).

Und nun los … fröhliches Sätzejonglieren und Ideenschmieden! Wir lesen uns!

Das obligatorische Kleingedruckte:

  1. Bitte verlinkt diesen Beitrag unbedingt bei euren Etüden, wenn ihr sie veröffentlicht, damit es hier in den Kommentaren pingt, oder schreibt mir einen Link zu euren Etüden in die Kommentare. Sowohl die Wortspenderin als auch ich wüssten so gern, was ihr daraus macht, und wir folgen einfach nicht jeder oder jedem. Solltet ihr eure Etüde in die Kommentare schreiben wollen, weil sie aus irgendwelchen Gründen nicht in das Konzept eures Blogs passt, ihr einfach mal probieren wollt oder ihr gar keinen habt: herzlich gern!
    (Und wenn irgendwem unklar ist, wie man verlinkt, fragt einfach. Wir haben alle mal doof angefangen.)
  2. Die grandiosen Illustrationen stammen wieder von Herrn Textstaub. Sie können/dürfen als Beitragsbilder benutzt werden, dafür sind sie gedacht; ihr müsst aber selbstverständlich nicht.

 

Frohe Ostern euch allen!

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 1 16.17 | 365tageasatzaday

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 2 16.17 | 365tageasatzaday

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 3 16.17 | 365tageasatzaday

 

 

 

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Unwiderstehlich | abc.etüden

Groß, geschmeidig, elegant: So sahen Schwierigkeiten aus, er wusste es. Er hatte sie schon die ganze Zeit beobachtet, wie sie die Terrasse des Cafés überquerte und über die Treppenstufen nach drinnen steuerte. Wo sie ihn entdecken und auf ihn zuhalten würde, es war nur eine Frage der Zeit. Er hatte eben diese Wirkung.

Seine Mutter hingegen würde wieder einmal ausflippen. Neulich erst hatte sie ihn vor ihrem Damenkränzchen als egoistischen Genussmenschen beschimpft, der keinerlei Rücksicht auf ihre angegriffene Gesundheit nähme und dessen Impulsivität sie noch einmal ins Grab brächte.

Und wer dachte eigentlich an ihn, fragte er sich, als sie an seinem Tisch angelangt war und ihn anstarrte. Vorsichtig stellte er den Milchkaffee auf den Tisch und schob seinen Stuhl zurück. Ein Wort genügte: „Komm!“

Die graue Katze sprang auf seinen Schoß, reckte Kopf und Schwanz nach oben und schnurrte los, als er sie zu kraulen begann.

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 15.17 | 365tageasatzadayQuelle: textstaub.wordpress.com | atelier lz

 

Für die abc.etüden, Woche 15/ 17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Carmen | gingerpoetry (Wortwabe) und lauten: Treppenstufen, Milchkaffee und Komm!

 

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Aufruf! Ostermontag ist Balladentag!

Liebe Glockenfans, liebe Erlkönige, liebe Reiter-über-den-Bodensee, liebe Birnen-im-Havelland-Genießer, liebe Taucher nach dem Ring des Polykrates, liebe Kranich-Ibykus-Bewunderer,
hallo ihr alle, die sich jetzt fragen, wovon spricht sie zum  Teufel denn da jetzt eigentlich?

Es ist wieder Balladentag! Nein, nicht heute: Ostermontag! Ich hatte beim letzten Mal versprochen, ihn anzukündigen, dies geschieht hiermit. Und wer nicht weiß, um was es geht, kann es hier, hier und hier nachlesen.

Also: Ostermontag ist Balladentag! Lasst mal eure Hasen und Häschen beiseite, kramt in euren Bücherregalen oder im Netz nach Balladen und füllt am Ostermontag eure Blogs mit Balladen, mit wilden, romantischen, mystischen, traurigen oder einfach euren Lieblingsballaden.

Dies Bild hier kann gern genutzt werden, muss aber nicht. Und über Links zu mir freue ich mich selbstverständlich auch. Wir lesen uns … seid ihr dabei?

 

Blog goes Ballade | 365tageasatzadayQuelle: Bild Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Albtraum | abc.etüden

Eine große Hand, die sich nach ihr ausstreckte, eine Stimme, die harsch forderte: „Komm!“ und keinen Widerspruch zuließ. Schatten in Grau und Schwarz und Angst, Angst, Angst. „Nein“, schrie sie und rannte los, „nein, ich will nicht, hau ab, verschwinde, du bekommst mich nicht!“

Sie fuhr aus dem Schlaf empor, ihr Herz klopfte rasend. Der Traum, es ist nur dieser verdammte Traum mal wieder, sagte sie sich vor, alles okay, du bist sicher. Aber der Schlaf war fort, geflohen wie sie …

Es war schon fast Tag, als sie sich seufzend etwas überzog, sich einen Milchkaffee machte und sich immer noch grübelnd auf die oberste der drei Treppenstufen setzte, die die Terrasse vom Haus trennten. Etwas war dieses Mal im Traum anders gewesen, fiel ihr auf: Sie war entkommen, zum ersten Mal. Sie war frei, endlich!

Ihr Lächeln breitete sich über ihrem Gesicht aus wie die aufgehende Sonne, und es wäre schwierig gewesen zu sagen, wer mehr strahlte.

 

textstaub abc.etueden schreibeinladung 15.17 | 365tageasatzadayQuelle: textstaub.wordpress.com | atelier lz

 

Für die abc.etüden, Woche 15/ 17: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Carmen | gingerpoetry (Wortwabe, huhu, Carmen!) und lauten: Treppenstufen, Milchkaffee und Komm!