Adventüden 2021 01-12 | 365tageasatzaday

01.12. – Eistee statt Glühwein | Adventüden

Es gab Tage, da hatte sie wirklich Sehnsucht nach ganz normalem Vorweihnachtsstress. Kekse backen, zu viel Marzipan naschen, einen Bratapfel auf dem Weihnachtsmarkt genießen. Der Gedanke daran weckte in ihr ein Gefühl der Geborgenheit, und die Sehnsucht nach zu Hause ließ sich nicht verdrängen. Sie seufzte hörbar auf.

»Was ist los?«, fragte Tom, der in dem Moment von draußen hereinkam, verschwitzt und eingestaubt, weil er den Vormittag auf den Weizenfeldern verbracht hatte und gerade von einem Kollegen für seine Pause abgelöst worden war.
»Ach, alles gut … Daheim würde ich jetzt auf Weihnachtsmärkte gehen«, antwortete Lisa.
»Traurig?« Tom blieb auf dem Weg ins Bad am Tisch stehen, wo sie die Schilder für den Hofladen beschriftete. Mangos, Trauben, Tomaten, Melonen – Lisa liebte diese Fülle.
»Ach, traurig nicht unbedingt. Aber in dieser Hitze kann ich einfach keine Plätzchen backen. Dort trinkt man Glühwein, hier ist mir eher nach Eistee«, antwortete sie lächelnd. »Und ehrlich gesagt fehlt mir der eklige Schneeregen überhaupt nicht. Den gab es nämlich viel öfter als richtigen Schnee.«
»Da bin ich ja beruhigt«, antwortete Tom. »So ein langes Jahr auf einer australischen Farm ist vermutlich das krasse Gegenteil zu deinem Bürojob von früher, so mit Aktentasche durch Schnee und Regen.«
»Ich bin freiwillig hier und ich genieße es, das kannst du mir glauben!«, erwiderte Lisa. »Wir werden schon unsere richtige Christmas Party haben, nicht wahr? Ohne Kartoffelsalat, aber mit viel Glitzer und Weihnachtsschmuck.«
»Und ziemlich viel Alkohol vermutlich«, ergänzte Tom zwinkernd.
Lisa zog die Augenbrauen hoch. »Was an Bier weihnachtlich sein soll, kann ich ja nicht nachvollziehen. Heute Abend höre ich mir jedenfalls das Weihnachtsoratorium von Bach an. Du wirst es nicht glauben, aber ich habe die Klavier-Partitur hierher mitgebracht. Die Chöre konnte ich mal auswendig …«
»Ich kann es kaum erwarten«, flachste Tom. »Die anderen sicher auch.«


Autor*in: Ellen                 Blog: nellindreams

 

Adventüden 2021 01-12 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Nachdem viele Teilnehmer*innen und Leser*innen das Fetten der vorgegebenen Wörter als störend empfunden haben, wurde darauf verzichtet. In einem Text, der maximal 300 Wörter umfassen durfte, waren (mindestens) drei der folgenden fünfzehn Begriffe zu verwenden:

Aktentasche, Bratapfel, Doppelgänger, Eistee, Geborgenheit, Glitzer, Kartoffelsalat, Kekse, Kopfzerbrechen, Marzipan, Partitur, Schneeregen, Sehnsucht, Sturmwolkenblau, Weihnachtsschmuck

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2021, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2021 30-11 | 365tageasatzaday

30.11. – Fahrt ins Ungewisse | Adventüden

Wie hatte Tante Rosemarie gesagt? »Mir zwickt es schon den ganzen Tag in meiner Hüfte! Das Wetter wird schlechter! Das ist immer so! Willst du nicht doch die eine Nacht noch bleiben und morgen erst heimfahren?«

Ich wusste, dass ihr Zwicken in der Hüfte ein wirklich verlässliches Zeichen war. Dennoch schüttelte ich den Kopf und erklärte ihr, dass ich zwar gerne noch eine Nacht bei ihr bleiben würde, aber ich musste bis Ende November mein Buchmanuskript abgeben und das bereitete mir noch einiges an Kopfzerbrechen. Also fuhr ich am späten Nachmittag doch noch heim. Da begann es schon neblig zu werden und das Sturmwolkenblau am Himmel sah bedrohlich aus. Ich versprach Tante Rosemarie mich zu melden, wenn ich daheim angekommen war.

Dann stieg ich in mein Auto und fuhr los. Auf dem Verkehrsfunk im Radio brachten sie, dass auf der Autobahn, die ich eigentlich nehmen wollte, ein riesiger Stau wäre. Also beschloss ich, auf der Bundesstraße weiterzufahren. Wohl war mir nicht dabei, denn der Nebel wurde immer dichter. Dennoch blieb ich auf der Bundesstraße. Nach einer Weile kam aus dem dichten Nebel heraus Schneeregen. Das war echt unangenehm zu fahren. Ich hätte doch auf Tante Rosemarie hören sollen! Und nun?

Wie es der Zufall wollte, kam gerade auf der rechten Seite ein Parkplatz und ich nutzte diese Chance, um eine kurze Pause zu machen. Vielleicht würde das Wetter ja doch etwas besser werden. Ich stellte den Motor ab, schloss meine Augen. Nach einer Weile öffnete ich meine Augen wieder. Das Wetter schien etwas besser zu werden, immerhin kam kein Schneeregen mehr herunter. Aber die Person da vorne? War das der Doppelgänger der »weißen Frau«? Mein Herz blieb fast stehen!

Aber beim Näherkommen sah ich es: Es war nur eine Frau, die mit ihrem Hund Gassi ging.


Autor*in: Heidi                Blog: Erinnerungswerkstatt

 

Adventüden 2021 30-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

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Aktentasche, Bratapfel, Doppelgänger, Eistee, Geborgenheit, Glitzer, Kartoffelsalat, Kekse, Kopfzerbrechen, Marzipan, Partitur, Schneeregen, Sehnsucht, Sturmwolkenblau, Weihnachtsschmuck

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2021, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Von Begegnungen und Folgen

Begegnung

So viele schöne Pfirsiche sind,
In die niemand beißt.

Die Gier kann auch ein verschämtes Kind
Sein. Was du nicht weißt.
Ohne Lüge kann ich mancherlei
Dir sagen, klänge dir wie Gold.
Doch zeigte ich mein Wahrstes ganz frei,
Wärest du mir nicht mehr hold.

Mädchen versäume dich nicht
Und hüte dich vor List!
Ich aber träume dich,
Wie du gar nicht bist.

(Joachim Ringelnatz, Begegnung, aus: Gedichte dreier Jahre, 1932, Online-Quelle)

Begegnung

Das süße Lächeln starb dir im Gesicht,
Und meine Lippen zuckten wie im Fieber;
Doch schwiegen sie – auch grüßten wir uns nicht,
Wir sahn uns an und gingen uns vorüber.

(Theodor Storm, Begegnung, in: Gedichte II aus: Gedichte – Nachlese, Online-Quelle)

Die arme Frau

Mein Mann? mein dicker Mann, der Dichter?
Du lieber Gott, da seid mir still!
Ein Don Juan? Ein braver, schlichter
Bourgeois – wie Gott ihn haben will.

Da steht in seinen schmalen Büchern,
wieviele Frauen er geküßt;
von seidenen Haaren, seidenen Tüchern,
Begehren, Kitzel, Brunst, Gelüst …

Liebwerte Schwestern, laßt die Briefe,
den anonymen Veilchenstrauß!
Es könnt ihn stören, wenn er schliefe.
Denn meist ruht sich der Dicke aus.

Und faul und fett und so gefräßig
ist er und immer indigniert,
Und dabei gluckert er unmäßig
vom Rotwein, den er temperiert.

Ich sah euch wilder und erpichter
von Tag zu Tag – ach! laßt das sein!
Mein Mann? mein dicker Mann, der Dichter?
In Büchern ja.
Im Leben: nein.

(Kurt Tucholsky, Die arme Frau, aus: Mit 5 PS, 1928, Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay (Dresden)

 

Ja, auch zu Adventüden-Zeiten gibt es die Montagsgedichte. Ich versuche, einen Aspekt der jeweiligen Etüde aufzugreifen und hoffe, es gelingt …

Kommt gesund und einigermaßen heil in und durch die neue Woche!

 

Adventüden 2021 29-11 | 365tageasatzaday

29.11. – Trau, schau, wem … | Adventüden

»Ich steh mit beiden Beinen fest im Glitzer«, sagte ich und sah auf die traurig-braune Aktentasche in seiner Hand. Irgendwie passten wir nicht zusammen, fand ich, aber dieser Mann war offenbar der Meinung, ich wäre seine Traumfrau. Ich, Mia Glitz, wie meine Freunde mich nannten. Er neben mir, das war in etwa wie Kartoffelsalat neben pinkem Weihnachtsschmuck. Das eine ist traditionell und gutbürgerlich, das andere ist schön und schreit: »Schau mich an!« Auf dem Foto in der Dating-App hatte er ganz anders ausgesehen, hatte er vielleicht einen Doppelgänger? Ich sah mich suchend um, ob irgendwo derselbe Typ mit verwuscheltem Haar und Dreitagebart rumstand.

Er fragte: »Stimmt etwas nicht?«
»Auf dem Foto hast du völlig anders ausgesehen!«, bekannte ich rundheraus.

Er wurde rot und stammelte irgendetwas.

»Was hast du gesagt?«
»Das ist mein Bruder«, antwortete er daraufhin etwas lauter und verständlich.

Ich war sprachlos. »Du stellst ein Foto von deinem Bruder in dein Profil?« Ich schüttelte den Kopf und trank einen großen Schluck Prosecco, in der Hoffnung, dass das half. »Das heißt«, fuhr ich fort, »ich bin eigentlich mit deinem Bruder verabredet.« Er nippte aus Verzweiflung an seinem Eistee und ich überlegte: Das sollte dir schon zu denken geben, Mia. Ein Typ, der sich mit dir auf dem Weihnachtsmarkt verabredet und Eistee aus dem mitgebrachten Tetrapak trinkt.

»Von der Mittagspause übrig«, hatte er mir erklärt.

Mia Glitz, so groß kann deine Sehnsucht nach Kuscheln unterm Weihnachtsbaum gar nicht sein. Außerdem hat er ja schon beim Profilfoto gelogen, wie soll das denn weitergehen, fragte ich mich.

»Also, ich muss dann mal«, sagte ich knapp, drehte mich um, rempelte den Nebenmann an, hatte ein Glas Glühwein auf der Jacke, und als ich eben loskreischen wollte, sah ich, wem ich gegenüberstand. Da stand der Bruder und grinste mich an.


Autor*in: Carmen           Blog: Wortwabe

 

Adventüden 2021 29-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Aktentasche, Bratapfel, Doppelgänger, Eistee, Geborgenheit, Glitzer, Kartoffelsalat, Kekse, Kopfzerbrechen, Marzipan, Partitur, Schneeregen, Sehnsucht, Sturmwolkenblau, Weihnachtsschmuck

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2021, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Adventüden 2021 28-11 | 365tageasatzaday

28.11. – Mirakel | Adventüden

In der Bürotür stand eine Frau im Jackett, die Haare kinnlang geschnitten.

»Melitta Krampus«, sagte sie. »Ich arbeite seit gestern in der Buchhaltung. Sagen Sie Melitta.«
»Gerne. Ich heiße Klara.«

Aus der Ferne hörte man Johlen. Wahrscheinlich spielten sie Scharaden. Klara schauderte. Melitta verzog schmerzvoll das Gesicht.

»Du magst auch keine Weihnachtsfeiern?«
»Ich verabscheue sie.«
»Dabei hat Weihnachten so schöne Seiten«, sagte Melitta.
»Sicher.« Klara mied seit Jahren alles, was an Weihnachten erinnerte.

Melitta stellte eine bauchige Aktentasche auf den Schreibtisch. Sie öffnete den Schnappverschluss und holte eine emaillierte Dose heraus.

»Kekse?«

Klara probierte aus Höflichkeit. Es waren ja keine Plätzchen. Kekse konnte man das ganze Jahr essen. Das Gebäck schmolz auf ihrer Zunge. Sie konnte ein Lächeln nicht unterdrücken.

»Marzipan?«, fragte Melitta und hielt ihr eine knisternde Zellophantüte mit Marzipankartoffeln unter die Nase.
»Kartoffelsalat?« Eine große Schüssel landete auf dem Schreibtisch.
»Bratapfel?« Der dampfende Apfel duftete. Dicke Vanillesoße floss an seinen Seiten hinunter auf das Tellerchen mit Goldrand.
»Punsch habe ich leider nicht, aber Eistee.« Melitta hob eine funkelnde, geschliffene Glaskaraffe nebst zwei passenden Gläsern aus der Aktentasche und goss ein. »Prost«, sagte sie.

Der Eistee war kühl und fruchtig. Klara schloss die Augen und spürte dem Geschmack nach.

»Hallo?«, sagte eine Frauenstimme.

Melitta stand wieder in der Tür.

»Ich bin Thea Klaus«, sagte sie.

Klara starrte.

»Die neue Kollegin aus der Buchhaltung.«
»Oh«, sagte Klara.
»Kleine Privatfeier?«, fragte Melittas Doppelgängerin.

Oder hatte es Melitta nie gegeben? Der Tisch war nach wie vor reich gedeckt.

»Da will ich nicht stören«, sagte Frau Klaus und ging.
»Guten Tag, ich bin …«, rief Klara halbherzig. Die Doppelgängerin hielt sie sicher für verrückt.

Sie schaufelte sich einen großen Löffel Kartoffelsalat in den Mund und kippte Eistee hinterher. Vielleicht bildete sie sich das alles ja nur ein, aber es schmeckte wunderbar.


Autor*in: Nina Bodenlosz           Blog: Das Bodenlosz-Archiv

 

Adventüden 2021 28-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

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Aktentasche, Bratapfel, Doppelgänger, Eistee, Geborgenheit, Glitzer, Kartoffelsalat, Kekse, Kopfzerbrechen, Marzipan, Partitur, Schneeregen, Sehnsucht, Sturmwolkenblau, Weihnachtsschmuck

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Adventüden 2021, einem Projekt von »Irgendwas ist immer«.

 

Fazit Textwochen 46.47.21, willkommen Adventüden 2021!

Nun ist es so weit, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, Weihnachten winkt ziemlich deutlich, auf meinem Blog startet der Countdown … heute. Wie furchtbar? Ich hoffe nicht, auch nicht für die von euch, die zu Weihnachten (und damit meine ich den Sinn, nicht das Gedöns) kein gutes Verhältnis haben. Weihnachten kommt IMMER plötzlich, das wissen wir doch alle … 😉

Auf jeden Fall sind hiermit die regulären abc.etüden für dieses Jahr Geschichte. In einer Stunde geht die erste von 27 Adventüden 2021 online – der Etüden-Adventskalender, Ausgabe III, startet voll durch! (Ist das nicht Wahnsinn, schon die dritte?)

An alle, denen jetzt auffällt, dass sie gern mitgeschrieben hätten: Danke, die Türchen sind längst voll. Ich hatte im Sommer (wieder im Rahmen des Etüdensommerpausenintermezzos) zum Schreiben aufgerufen, mit dem Ziel, erneut schon zum 1. Advent mit der Veröffentlichung beginnen zu können, das hat super geklappt.
Wer aber nun unbedingt mit diesen Wörtern (noch) etwas schreiben möchte, den bitte ich dringlich, es erst nach dem 24. zu veröffentlichen, denn am 24. erreicht dieser Adventskalender seinen Höhepunkt, wie es gute Adventskalender nun mal tun. Und natürlich werde ich, falls es im nächsten Winter wieder Etüden und Adventüden geben wird (nichts ist gewiss), auch im Sommer erneut einen Schreibaufruf dazu posten.
Danke euch jedenfalls, dass ihr dem Projekt die Treue haltet und Spaß habt, danke für die Tage, an denen ich alles hinschmeißen möchte und mich dann von euch unterstützt finde, indem ihr mir zeigt, dass euch die Etüden (und die Adventüden) wichtig sind. Vielen Dank. ❤

Zum letzten Mal geht es los mit der Statistik: 34 Blogs haben 64 Etüden eingereicht. Ich danke allen, die sich für die letzte Ausgabe noch mal ins Zeug gelegt haben! Wer sich aber jetzt verwundert die Augen reibt, hat völlig recht: Die Liste wird angeführt von Olpo mit 13 Etüden, der auf mein Gejammer von vor zwei Wochen in der Form reagiert hat, dass er eine größere Geschichte in 13 Teile aufgesplittet und die Etüdenwörter darin verbaut hat. Meinen speziellen Allerherzlichsten!
Gefolgt wird er von Gerhard mit 6 sowie Gerda und Heidi mit jeweils 3 Etüden.

Ferner möchte ich noch eine neue Mitschreiberin eurer Aufmerksamkeit empfehlen: Martha mit ihrem Blog Freidenkerins Weblog ist mit zwei Etüden dabei. Herzlich willkommen bei den Etüden-Verrückten, Martha, ich sage es gerne noch mal! 😉

Wie immer geht mein Dank an euch, die ihr mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert habt! Vielen Dank nicht nur an Heidi, die Wortspenderin, sondern an jede*n, die*der mit durch die anderen teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert/gelikt hat – und natürlich auch bei mir!
Schaut bitte bei euch nach und sagt Bescheid: Fehlt irgendwas, habe ich was übersehen, ist ein Link kaputt?

Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt – und ich freue mich sehr, dass es teilweise auch wirklich geschieht.

Barbara von der Kulturbowle in meinen Kommentaren: hier
paulpeterheinz in meinen Kommentaren: hier
Gerhard von Kopf und Gestalt in meinen Kommentaren: hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier und hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier, hier und hier
Sandra auf Sprachzeiten: hier
Donka auf onlybatscanhang: hier
Sabine auf Verbalkanone: hier
Werner auf Werner Kastens: hier und hier
Ulrike auf Blaupause7: hier und hier
Olpo auf olpo run: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier und hier
Carmen aus der Wortwabe: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Torsten auf Wortman: hier
Martha auf Freidenkerins Weblog: hier und hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier und hier
Stefan auf Gelassen ausgebremst: hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier und hier
Marion auf Findesatz: hier
Ellen auf nellindreams: hier
Tanja auf Stachelbeermond: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Lene auf HerzPoeten: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier und hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier
Yvonne auf umgeBUCHt: hier
Christian auf Wortverdreher: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier

 

Die nächsten regulären Wörter gibt es im neuen Jahr, und zwar schon am 2. Januar 2022.
Achtung: Ihr, die ihr seit dem Sommer dazugestoßen seid, würdet ihr mir bitte in einem Kommentar ausdrücklich zustimmen, dass ihr Wortspender werden möchtet, FALLS ihr Wortspender werden möchtet? Dann erst darf ich mir nämlich eure Mailadresse wegspeichern (mit Dank an die DSGVO, erinnert sich da noch jemand dran?) und werfe euren Namen in meinen Lostopf.

Nach den Adventüden plane ich für irgendwann noch eine Zusammenfassung, aber ansonsten möchte ich eigentlich ins Weihnachtskoma fallen.

Habt einen schönen Advent, genießt die Adventüden, die wieder sehr unterschiedlich ausgefallen sind, manche gefühlt federleicht, andere tonnenschwer, kommt gut durch den Dezember und über die Weihnachtstage. Wir lesen uns!

 

Adventüden 2021 27-11 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

Nachruf | abc.etüden

Man vergleicht Erinnerungen mit einem Museum – und für mich fühlt sich das falsch an. Museum, das sind für mich hübsch kuratierte Ausstellungen, vielleicht gespickt mit Kärtchen mit biografischen und sonstigen Details, und mit viel Glück beschränken sie sich nicht nur auf ein Medium. Audioguide nicht zu vergessen.

Aber niemand hat mich auf den wirren Haufen Gefühle vorbereitet, in den ich trete: deine Klugheit, deine Wärme, deinen Humor, deine brüske Schale, die das berühmte große Herz verbarg. »Schwierig« nannten dich viele, aber du hättest dein letztes Hemd für deine Freunde gegeben, obwohl du nie Geld hattest. Ich habe deine Stimme im Ohr aus vielen Stunden am Telefon, dein Lachen, gefürchtet und geliebt, das plötzlich aus dir herausbrechen konnte, ich kenne dich andächtig, wütend und schwelgerisch. Wir wussten voneinander, worunter wir litten, einiges zumindest, und ich werde darüber schweigen, es hat unsere Freundschaft vertieft, natürlich. Erinnerst du dich, dass wir gemeinsam unsere Mütter begraben haben, jede zu ihrer Zeit?

Du bist weg, und ich bin erschüttert. Die Frage überfällt mich immer wieder, ob ich mehr für dich hätte tun können, hätte tun müssen, ob ich versagt habe. Ich war an meinen Grenzen und du nicht nebenan, alles wahr, und trotzdem …
Leb wohl.
Möge dort, wohin du gegangen bist und woran du glaubtest, dein Los leicht sein.

 

abc.etüden 2021 46+47 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Muesli on Unsplash, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 46/47.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Heidi mit ihrem Blog Erinnerungswerkstatt. Sie lautet: Museum, biografisch, erinnern.

Autobiografisch? Ja und nein. Ich habe im Sommer wirklich eine Freundin verloren; aber getriggert wurde diese Etüde durch Gerda, die gestern auf ihrem Blog ebenfalls einen Verlust beklagt hat.

Ich finde es diesem Jahr angemessen, dass meine letzte »reguläre« Etüde einen Verlust beklagt. Möge das nächste wieder mehr Anlässe für fröhlichere Texte geben.

 

Erinnerungen, mütterlicherseits | abc.etüden

Ich seh uns noch vor dem Aushang stehen, mit dem sie Zeitzeugen suchten. Ostgebiete, Ostpreußen, Zweiter Weltkrieg, Flucht, Russenzeit, Vertreibung. Berichten, wie es wirklich war.

»Und?«, fragte ich meine Mutter und sah sie neugierig aus dem Augenwinkel an. »Bevor keiner mehr erzählen kann, wie es wirklich war, willst du bei so was nicht mal mitmachen?«

Meine Mutter war sonst immer eisern beherrscht, aber irgendwas daran (bestimmt nicht ich) hatte sie getroffen. Sie schluckte und schüttelte den Kopf. »O Gott, Christiane, die Wahrheit? Nein. Das kann man nicht erzählen.«
Und damals begriff ich. Das Kriegsende war mindestens ein halbes Jahrhundert her, aber sie wollte sich nicht erinnern, nicht erneut in jenen Abgrund steigen. Nicht freiwillig, um ihr Leben nicht. Und ich, ihre Tochter, war vermutlich ausgerechnet diejenige, die sie am meisten vor diesem Wissen schützen wollte.

Heute frage ich mich manchmal, was ich von meiner Mutter wirklich weiß, von ein paar biografischen Eckdaten mal abgesehen, und es ist weniger, als mir lieb ist. Ihre Familie? Tot oder im Krieg geblieben – ich habe Glück, meine Großmutter kennengelernt zu haben (sie sind 1948 zusammen in den Westen abgeschoben worden – in den Westen! Nicht nach Sibirien!), aber der Krieg war nie ein Thema.

Zweimal sind wir gemeinsam als Heimweh-Touristen nach Königsberg, heute Kaliningrad, gereist. Glaube ich ihr, sind wir in eine Art lebendiges Museum geraten, Motto: blühendes Ostpreußen! Die Storchennester auf den Telefonmasten! Klar, vieles war anders, aber vieles sah noch aus »wie früher«, nicht nur der Feuerlöschteich, in dem sie schwimmen gelernt hat, neben der Kirche, in der sie konfirmiert wurde. Sie zeigte mir die Küstenbäder und die Nehrung, und ich habe alles spontan begeistert ins Herz geschlossen.

Meine instinktive Verbundenheit mit der nordischen Landschaft hat mich immer gewundert, aber tja, Überraschung! Das ist wohl wirklich ein Teil meines mütterlichen Erbes …

 

abc.etüden 2021 46+47 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Muesli on Unsplash, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 46/47.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Heidi mit ihrem Blog Erinnerungswerkstatt. Sie lautet: Museum, biografisch, erinnern.

Ja, sehr autobiografisch, vielleicht haben einige von euch ja ähnliche Biografien.
Wir waren damals Mitte der 90er unterwegs, meine Mutter meinte, später sei sie vielleicht zu alt zum Reisen 😉 Tatsache ist, dass derartige Reisen in den 2000ern nicht mehr empfohlen wurden, oder jedenfalls erheblich reglementierter, denn wir durften – und konnten – uns in unserer Freizeit (außerhalb des Programms, das es natürlich gab) relativ frei bewegen und machten mit unseren D-Mark einen russischen Taxifahrer glücklich, der uns durch die Gegend kutschierte und für uns dolmetschte 😉

 

Von Städten und Abenden

Man soll in keiner Stadt

Man soll in keiner Stadt länger bleiben als ein halbes Jahr.
Wenn man weiß, wie sie wurde und war,
Wenn man die Männer hat weinen sehen
Und die Frauen lachen,
Soll man von dannen gehen,
Neue Städte zu bewachen.

Läßt man Freunde und Geliebte zurück,
Wandert die Stadt mit einem als ein ewiges Glück.
Meine Lippen singen zuweilen
Lieder, die ich in ihr gelernt,
Meine Sohlen eilen
Unter einem Himmel, der auch sie besternt.

(Klabund, Man soll in keiner Stadt, aus: Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, 1913, Online-Quelle)

Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

(Theodor Storm, Die Stadt, aus: Gedichte (Ausgabe 1885), Online-Quelle)

Siehst du die Stadt?

Siehst du die Stadt, wie sie da drüben ruht,
Sich flüsternd schmieget in das Kleid der Nacht?
Es gießt der Mond der Silberseide Flut
Auf sie herab in zauberischer Pracht.

Der laue Nachtwind weht ihr Atmen her,
So geisterhaft, verlöschend leisen Klang:
Sie weint im Traum, sie atmet tief und schwer,
Sie lispelt, rätselvoll, verlockend bang …

Die dunkle Stadt, sie schläft im Herzen mein
Mit Glanz und Glut, mit qualvoll bunter Pracht:
Doch schmeichelnd schwebt um dich ihr Widerschein,
Gedämpft zum Flüstern, gleitend durch die Nacht.

(Hugo von Hofmannsthal, Siehst du die Stadt?, aus: Die Gedichte 1891–1898, entstanden 1890, Erstdruck aus dem Nachlass 1930, Online-Quelle)

Die Nacht wächst wie eine schwarze Stadt

Die Nacht wächst wie eine schwarze Stadt,
wo nach stummen Gesetzen
sich die Gassen mit Gassen vernetzen
und sich Plätze fügen zu Plätzen,
und die bald an die tausend Türme hat.

Aber die Häuser der schwarzen Stadt, –
du weißt nicht, wer darin siedelt.

In ihrer Gärten schweigendem Glanz
reihen sich reigende Träume zum Tanz, –
und du weißt nicht, wer ihnen fiedelt …

(Rainer Maria Rilke, Die Nacht wächst wie eine schwarze Stadt, aus: Mir zur Feier/Im All-Einen, 1899, Online-Quelle)

 

Quelle: Pixabay

 

Ja, es ist vieles dunkel. Es geht uns allen so, jedenfalls kommt es mir so vor. Kommt gut und heil (und gesund!) in und durch die neue Woche!

 

Von November und Nebel

Nebeltag

Nun weicht er nicht mehr von der Erde,
Der graue Nebel, unbewegt;
Er deckt das Feld und deckt die Heerde,
Den Wald und was im Wald sich regt.

Er fällt des Nachts in schweren Tropfen
Durch’s welke Laub von Baum zu Baum,
Als wollten Elfengeister klopfen
Den Sommer wach aus seinem Traum.

Der aber schläft, von kühlen Schauern
Tief eingehüllt, im Todtenkleid –
O welch’ ein stilles, sanftes Trauern
Beschleicht das Herz in dieser Zeit! –

Im Grund der Seele winkt es leise,
Und vom dahingeschwundnen Glück
Beschwört in ihrem Zauberkreise
Erinn’rung uns den Traum zurück.

(Hermann Lingg, Nebeltag, aus: Gedichte, Zweiter Band, 1868, Online-Quelle)

Novembertag

Geht ein sonnenloser Tag
wiederum zur Neige,
und der graue Nebel tropft
durch die kahlen Zweige.

Leise atmend ruht die See,
müde, traumumsponnen …
eine Woge, schaumgekrönt,
ist im Sand zerronnen.

(Clara Müller-Jahnke, Novembertag, aus: Wintersaat, in: Gedichte, 1910, Online-Quelle)

Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
Und Dämmrung bricht herein;
Über die feuchten Watten
Spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
Neben dem Wasser her;
Wie Träume liegen die Inseln
Im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
Geheimnisvollen Ton,
Einsames Vogelrufen –
So war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
Und schweiget dann der Wind;
Vernehmlich werden die Stimmen,
Die über der Tiefe sind.

(Theodor Storm, Meeresstrand, aus: Gedichte (Ausgabe 1885), Online-Quelle)

 

Sankt Peter Ording Abend – 365tageasatzaday
Quelle: ichmeinerselbst vor ein paar Jahren

 

Wie immer: Kommt gut und unbeschadet in und durch die neue Woche!

 

Schreibeinladung für die Textwochen 46.47.21 | Wortspende von Erinnerungswerkstatt

Letzte Runde vor den Adventüden, ihr Lieben, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen: Jetzt ist der Zeitpunkt, sich noch mal ins Zeug zu legen, und die Welt mit nachdenklichen und/oder brillanten Gedanken zu erfreuen – oder eben nicht, vielleicht ist in der dunklen Jahreszeit ja vielmehr Platz für euer persönliches kleines heiteres Licht, das ihr in Etüdenform mit der Welt teilen möchtet? Ich würde mich freuen.

Apropos Adventüden: Freitagabend habe ich an alle Adventüdenschreiber*innen ENDLICH die Mail mit dem Termin versandt, wann eure Etüde hinter dem Türchen lauert. Auch wenn schon zwei Drittel von euch zurückgeschrieben und den Termin bestätigt haben (vielen, vielen Dank, auch für die zum Teil sehr persönlichen Antworten auf einen (na ja) Serienbrief), das letzte Drittel hat es eben noch nicht … Wer jetzt »Huch?« sagt: Mögt ihr bitte mal in eure Mailpostfächer schauen?

Es geht los wieder mit der Statistik. 29 Blogmenschen haben 49 Etüden eingereicht: Klar, Offline-Leben geht vor Online-Leben, aber das ist eine erheblich geringere Beteiligung, sowohl an Etüden als auch an Blogs, ich hoffe nicht, dass das so bleibt. Die Liste führt Ulrike mit 5 Etüden an, gefolgt von Puzzleblume mit 4 Etüden und 4 (!) Leuten mit jeweils 3 Etüden! Vielen herzlichen Dank dafür!

Wie immer geht mein Dank an euch, die ihr mitgeschrieben, mitgelesen, gelikt und kommentiert habt! Vielen Dank nicht nur an Christian, den Wortspender, sondern an jede*n, die*der mit durch die anderen teilnehmenden Blogs gegangen ist und kommentiert/diskutiert/gelikt hat – und natürlich auch bei mir! 😉
Schaut bitte bei euch nach: Fehlt irgendwas, habe ich was übersehen, ist ein Link kaputt? Sagt bitte Bescheid.

Nach intensiver Diskussion bleibt das Setzen von Inhaltshinweisen (CN/Triggerwarnungen, z. B. in den Schlagwörtern) jedem teilnehmenden Blog freigestellt – und ich freue mich sehr, dass es teilweise auch wirklich geschieht.

Barbara von der Kulturbowle in meinen Kommentaren: hier
paulpeterheinz in meinen Kommentaren: hier
Jane auf Blood, Tears, Gold & Minds: hier
Ulrike auf Blaupause7: hier, hier, hier, hier und hier
Corly in Corlys Lesewelt: hier
Heidi auf Erinnerungswerkstatt: hier
Sabine auf Verbalkanone: hier
Gerhard auf Kopf und Gestalt: hier, hier und hier
Werner auf Werner Kastens: hier, hier und hier
Puzzleblume auf Puzzle❀: hier, hier, hier und hier
Myriade auf la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée: hier
Maren auf Ich lache mich gesund: hier
Gerda von GERDA KAZAKOU: hier, hier und hier
Olpo auf olpo run: hier
Sabine auf Wortgeflumselkritzelkram: hier und hier
Fraggle auf Modern Wolfare: hier
Judith auf Mutiger leben: hier und hier
Torsten auf Wortman: hier
Sandra auf Sprachzeiten: hier und hier
Monika auf Allerlei Gedanken: hier, hier und hier
Katharina auf Katha kritzelt: hier
Lene auf HerzPoeten: hier
Meine (Christiane) auf Irgendwas ist immer: hier und hier
Kain Schreiber auf Gedankenflut: hier und hier
Anja auf Annuschkas Northern Star: hier
Melina auf Innen-Reise-Wege: hier
Alice auf Make a Choice Alice: hier
Nina vom Bodenlosz-Archiv: hier
Natalie im Fundevogelnest: hier


Die Wörter für die Textwochen 46/47 des Schreibjahres 2021 stiftete Heidi mit ihrem Blog Erinnerungswerkstatt. Sie lauten:

Museum
biografisch
erinnern.

 

Ihr kennt den obligatorischen Etüden-Disclaimer: Die bekannte Headline für die Etüden heißt: 3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.
Eventuelle Inhaltshinweise (Triggerwarnungen) und die Überschrift zählen NICHT zum Text. Eure Beiträge verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder postet den Link unten in einen Kommentar, damit eure Etüden auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gelesen werden können.
Ich möchte aus aktuellem Anlass noch mal darauf hinweisen: Wen ich nicht in den Kommentaren/Pings der zugehörigen Schreibeinladung finden kann (das ist hier), der kommt (höchstwahrscheinlich) nicht auf die nächste Liste bzw. muss meckern, ich merke mir nicht, was ich wann eventuell bei wem gelesen habe.
Die Illustrationen unterliegen nach wie vor meinem Copyright. Wie immer behalte ich mir vor, Kommentare zu moderieren, wenn nötig. Wer sich die Illustrationen herunterladen möchte, sollte sie vorher großklicken, danach kann man sie in der Regel downloaden und bei sich wieder hochladen.

Noch Fragen zu den Etüden? Hier habe ich das Kleingedruckte zusammengetragen. Wenn was fehlt – ihr wisst ja.

Die nächsten regulären Wörter gibt es am 2. Januar 2022!
Ab dem 28. November (1. Advent) starten hier die Adventüden – eine Etüde pro Tag zum Lesen und Genießen von einem von euch, ab dem 25.12. geht mein Blog in die Weihnachtspause.

Habt weiterhin ein schönes Wochenende! Ich wünsche euch viele gute Einfälle und einen entspannten, hoffentlich sonnigen Sonntag!

 

abc.etüden 2021 46+47 | 365tageasatzaday
Quelle: Pixabay, bearbeitet von mir
Sollte sich das jemand fragen, das ist im Louvre, Paris.

 

abc.etüden 2021 46+47 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Muesli on Unsplash, bearbeitet von mir

 

Der gute Ton | abc.etüden

Hör mal, ich muss dich mal was fragen.

Ja, Papa?

Also, es ist ein bisschen ein kitzliges Thema. Ich gehe doch immer in dieser Schrebergartensiedlung spazieren.

Ja?

Na ja, da ist eine ältere Dame, etwa mein Alter, mit der unterhalte ich mich gelegentlich.

Und?

Gestern auch wieder. Und als ich weitergehe, keift es lautstark hinter mir: »Kommst du wohl sofort wieder her, du Satansbraten!« Ich bin richtig zusammengezuckt!

Äh, Moment, sie hat doch bestimmt nicht dich gemeint?

Nein, sie hat einen Hund, so einen großäugigen, schnaufenden Pinscherspitzmops, ungefähr so breit wie hoch, der kläfft viel und haut wohl gerne mal ab.
Ich drehe mich um und sage scherzhaft: »Also, Verehrteste, wenn Sie mich derart liebreizend rufen, dann würde ich auch nicht zu Ihnen kommen wollen, egal, ob ich Mann oder Hund wäre.«

Oho! Mein Vater!

Und sie stiert mich an, mit einem so bösen Blick, dass ich mich frage, ob sie gleich mit einem ihrer Zierkürbisse nach mir schmeißt oder mich lieber direkt zur Schnecke macht.

Und der Hund?

War weg, und sie ist ihm dann hinterher. Aber ohne ein Wort. Glaubst du, ich sollte hingehen und mich entschuldigen?

Du meinst, du klingelst bei ihr und sagst: »Liebe Frau –« Wie heißt sie eigentlich?

Weiß nicht. Irgendwas mit Sch… Ich kann das Namensschild ohne Lesebrille nicht gut lesen, das ist so ein hingekrakeltes Töpferding, sieht teuer aus. Und einander vorgestellt haben wir uns bisher noch nicht.

Papa?

Ja?

Seit wann magst du Hunde?

Hm.

Willst du dich eigentlich wirklich entschuldigen?

Na ja, ich wollte echt nicht unhöflich sein, du kennst mich doch, aber eigentlich fand ich das unmöglich. Du hättest sie mal hören sollen! Dieser Tonfall! Der Hund tut mir leid.

Du solltest eine andere Strecke nehmen. Zumindest nächste Woche.

Du bist eine kluge Tochter. Gibt es noch Kaffee?

 

abc.etüden 2021 44+45 | 365tageasatzaday
Quelle: Photo by Bee Felten-Leidel on Unsplash, bearbeitet von mir

 

Für die abc.etüden, Wochen 44/45.2021: 3 Begriffe, maximal 300 Wörter. Die Wortspende stammt dieses Mal von Christian mit seinem Blog wortverdreher. Sie lautet: Kürbis, kitzlig, krakeln.

Ein bisschen Wahrheit ist drin: Ich habe gestern tatsächlich auf meiner Teichrunde eine Frau ihren Hund so ankeifen gehört – ohne »Satansbraten« allerdings, weiß der Himmel 😉, wo der herkam – und der Hund hat sie souverän ignoriert. Das ist ohne Leine am Teich möglicherweise ein Problem wegen der Enten und so, aber ich war trotzdem auf der Seite des Hundes, und er hat sich auch tadellos benommen …