Schreibeinladung für die Textwoche 17.18 | Wortspende von visitenkartemyblog

Nach einer wunderbar sonnigen, fast schon sommerartigen Woche, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, die sich ganz eindeutig auf den „Publikumsverkehr“ auf den Blogs niedergeschlagen hat (oder war es bei euch nicht so? Ich jedenfalls war auch weniger im Blogland unterwegs), folgt hier die nächste Runde Wörter für die Textwoche 17.18. Hier bei mir haben wir schon gespottet, dass wir hoffen, dass das nicht alles war, was wir vom Sommer zu sehen bekämen, Hamburg ist in den letzten beiden Jahren nicht gerade verwöhnt worden, was Wärme betraf, verglichen mit anderen Regionen.

Für diese Woche hat Anna-Lena mit ihrem Blog visitenkartemyblog.wordpress.com unsere neuen Wörter gestiftet, und natürlich brodeln ihre Wörter schon in meinem Hirn, wie ich sie in meine kleine fiese Bürogeschichte einbauen kann … hier sind sie, sie lauten:

Milchmädchenrechnung (Wikipediaerklärung, kannte das eigentlich jemand nicht?)
dingfest
untertreiben.

Wie immer bin ich total gespannt, was euch dazu einfällt. Wie immer, ihr wisst: Diese 3 Wörter bitte in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Wie immer stammen die Illustrationen von dem werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von Anna-Lena und mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

 

2018_17_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_17_2_zwei lz | 365tageasatzaday

 

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Flötentöne | abc.etüden

Bitteschön, die Fortsetzung von Selbst dran schuld von letzter Woche.

***

Er würde ihr schon noch die Flötentöne beibringen, hatte er am Telefon großmäulig gedroht, das ließe er sich nicht gefallen, was sie denn glaube, wer sie denn schon sei, wenn sie sich da mal nicht verrechnet hätte. Nun, sie war erst mal aus der Schusslinie, mit einem guten Arzt war es kein Problem, für ein paar Wochen mit einer Burn-out-Diagnose abzutauchen.
Und nach allem, was ihr ihre Kollegin vorhin brühwarm am Telefon berichtet hatte, würde auch er bald einen guten Arzt brauchen – so oder so. Denn nicht nur, dass er immer öfter brüllend mit einer bedenklich hochroten Birne durch die Firma raste; nachdem er heute die Schnepfe vom Empfang angeschrien hatte, war die zusammengeklappt und hatte angeblich was von „schwanger“ geschluchzt.

Ein Schuss, ein Treffer? Das wusste keiner, leider, noch nicht, aber auch das Geheimnis um diese Vaterschaft würde sich schon noch lüften lassen, sie konnte warten, in der Firma blieb auf Dauer nicht allzu viel geheim.
Ach, wie ärgerlich für ihn. Wie gut er wohl damit klarkam, wenn noch eine den Aufstand trainierte? Sie hatte da so ihre Zweifel.

Man würde sehen, wie das mit den angekündigten Flötentönen ausgehen würde, aber das dazugehörige Notenblatt hielt momentan eindeutig sie in den Händen, so viel stand mal fest.

 

2018_16_1_eins lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 16.2018: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von mir und lauten: Notenblatt, schwanger, trainieren.

 

Im April

 

Aus einem April

Wieder duftet der Wald.
Es heben die schwebenden Lerchen
mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern
schwer war;
zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er
leer war,-
aber nach langen, regnenden Nachmittagen
kommen die goldübersonnten
neueren Stunden,
vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten
alle die wunden
Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.

(Rainer Maria Rilke, Aus einem April, Das Buch der Bilder, 1. Buch, Teil 1, Quelle)

 

Die einfachen Sterne

Die einfachen Sterne haben sich hoch über die Bäume geschoben.
Manchen, der nie tags sein Auge vom Boden gehoben,
Den machen nachts kopfhoch die blauen Lampen droben,
Die urewig gleichmäßig Wandelnden,
Die ewig fernen und nie laut Handelnden,
Die Sterngeister, die blauen, der großen Ruhe leuchtende Meister,
Die dem Weisen Zeichen und Weglicht geben,
Die alle Erdenkönige samt allen Königreichen überleben,
Die wie feurige Liebesgedanken über den nächtlichen Dächern schweben.

(Max Dauthendey, Die einfachen Sterne, aus: Lusamgärtlein, in: Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930, S. 245)

 

Kommt schon, gegen Rilke sieht einfach jeder ziemlich alt aus. Und ja, ich wiederhole mich, ich weiß, aber mir ist grad so.
Kommt gut in die neue Woche!

Update: Ich möchte ein paar Worte zu meinem Verhältnis zu Rilke anhängen. Ich mag Rilkes Gedichte, und das wird sich auch nicht ändern, an meinem persönlichen Gedichtehimmel hängen ein paar von ihm ganz oben.
Als Gedichte lesendes Kind kannte ich Rilke schon von klein auf, halt die üblichen 20 Gedichte, die jeder kennt. Später kam dann das Rilke-Projekt dazu, das meinen Horizont noch einmal erweiterte, und mich nun endgültig auf den Menschen neugierig machte, zu dem ich aber keinen rechten Zugang fand. Biographisches klärte mich darüber auf, dass Rilke ein Schnorrer mit einer gescheiterten Ehe gewesen sei, der sich gern bei Gönnerinnen einnistete und in seinem Leben ziemlich viel umherzog. Okay, es gibt solche Leute, und auch bei Schnorrern muss es jemanden geben, der nimmt, und eine*n, der/die es sich leisten kann zu geben. Wenn Rilke sich in dieser Gesellschaft bewegte, warum nicht, nicht mein Ding, aber hey, andere Zeiten.

Dann las ich das „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick und mochte den Unsympathen, dem ich dort begegnete, kein Stück. Gut, dachte ich mir, Rilke war kein blütenweißer Charakter, wenn ein anderer Schriftsteller solche Worte wählt, um ihn zu schildern, ist es seine Freiheit. Seit einigen Tage liegt nun noch ein Buch von Klaus Modick auf meinem Tisch: „Ein Bild und tausend Worte“, Untertitel: „Die Entstehungsgeschichte von ‚Konzert ohne Dichter‘ und andere Essays“ (Kiepenheuer & Witsch, 2016). Kurz gesagt, gefällt mir das Buch sehr, ich mag die Art, wie Modick schreibt und was er schreibt. Zu Rilke sagt er aber dann nicht nur, dass fast jedes Rilkesche Wort im Roman „O-Ton“ sei, sondern er findet ein paar Sätze, die mir echt zu knacken geben. „Es geht um die Kluft zwischen Leben und Werk, zwischen Ethik und Ästhetik. Mit diesem Widerspruch steht Rilke nicht allein da – auch bei Goethe, Richard Wagner, Thomas Mann oder Bert Brecht, um nur wenige zu nennen, war das Verhältnis zwischen charakterlichen Definziten und künstlerischer Leistung alles andere als ausgewogen. […] Allerdings war diese Kluft bei Rilke geradezu erschreckend tief. Alle Menschen, die ihm nahekamen oder denen er sich näherte, hat er zu Sklaven und Opfern seines Werks gemacht.“ (S. 116)
Oha. Nun ihr.

 

Farben | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, leider nicht meins

 

Schreibeinladung für die Textwoche 16.18 | Wortspende von Irgendwas ist immer

Es ist irgendwie blöd, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, sich selbst anzukündigen, das denke ich jedenfalls immer, wenn ich mal wieder dran bin. Noch dazu, wo ich mich quasi schon die Bredouille geritten habe, meine angefangene Etüde weiterzuschreiben (in den Kommentaren zur Etüde). Tja, nun. Selbst dran schuld, ich sags ja.  ;-)

Die Wörter für die Textwoche 16.18 stammen also dieses Mal von mir (Irgendwas ist immer) und lauten:

Notenblatt
schwanger
trainieren.

Wie immer (1) bin ich megamäßig gespannt, was euch dazu einfällt. Wie immer (2), ihr wisst: Diese 3 Wörter bitte in maximal! 10! Sätzen unterbringen! Wie immer (3) stammen die Illustrationen (die so richtig nach meinem Geschmack sind) von dem werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

 

2018_16_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_16_2_zwei lz | 365tageasatzaday

 

Selbst dran schuld | abc.etüden

Sie lächelte befriedigt, als sie sich umsah. Fast schade, dass sie das böse Frühlingserwachen morgen früh nicht mitbekommen würde, wenn er sein Büro betrat. Den ganzen Abend hatte sie den Shredder gefüttert (Sicherheitsstufe 3, Partikelschnitt) und aus den ach-so-wichtigen Geheimakten Kunstschnee fabriziert. In der letzten Stunde hatte sie damit seinen Schreibtisch in eine Winterlandschaft verwandelt und immer wieder schrill gekichert, als sie sich sein rotes Gesicht und die Wutausbrüche vorstellte.
Selbstverständlich hatte sie ihn darauf hingewiesen, dass es die sensiblen Daten immer noch in digitaler Form gab, gesichert auf einer Festplatte, die sie schnellstmöglich bei ihrem Anwalt hinterlegen würde, nebst gewissen Informationen, nur zur Sicherheit, sie war ja nicht blöd.

Oh, Männer, was für eine bescheuerte Spezies, warum nur war sie auf so eine Masche reingefallen? Sie hatten einige Monate lang im großen Stil Gelder abgezweigt, er, der Chef, und sie, seine rechte Hand, für sie war es das ganz große Ding gewesen und er hatte sogar von Liebe gesprochen, ha! Nur um dann in seiner dummdreisten Gockelhaftigkeit quasi vor ihren Augen die neue Schnepfe vom Empfang flachzulegen und wohl zu glauben, sie würde es nicht bemerken!

Hoffentlich hatte er sich gut amüsiert, denn leider, leider würde sie daraus die teuerste Nummer seines Lebens machen.
Die Verhandlungen versprachen jedenfalls schon mal interessant zu werden.

 

2018_15_2_zwei lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 15.2018: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von Ludwig Zeidler und lauten: Kunstschnee, Frühlingserwachen, dummdreist.

 

Die blaue Blume

 

Die blaue Blume

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

(Joseph von Eichendorff, Die blaue Blume, 1818, Quelle)

 

Die blaue Blume ist ein Symbol, das sicherlich viele von euch kennen. Hier gibt es nicht nur das Gedicht, sondern auch noch Verweise dazu, hier ist der Wikipediaeintrag. Nicht fehlen darf an dieser Stelle dann auch der Verweis auf Novalis’ „Heinrich von Ofterdingen“, der Quelle der literarischen Darstellung der blauen Blume, denn eigentlich denkt man bei der blauen Blume an die Zeit der Romantik und an Novalis.
Novalis’ folgendes Gedicht gehört für mich schon seit sehr langer Zeit zu meinen „Sinngedichten“.

 

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt in’s freie Leben,
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten,
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die ewgen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen sofort.

(aus: Novalis, Heinrich von Ofterdingen, 1800, Quelle)

 

Blaue Blume | 365tageasatzadayQuelle: ichmeinerselbst

 

Kommt gut in die neue Woche!

 

Schreibeinladung für die Textwoche 15.18 | Wortspende von Ludwig Zeidler

Wer von mir um eine Wortspende angeschrieben wird, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, der weiß eh, dass das ungefähr alle drei bis vier Monate passiert. Und so verkünde ich frohgemut, dass wir das Feld wieder einmal neu aufrollen, es geht wieder „von vorne“ los, und vorne sind wie jedes Mal der wertgeschätzte Etüdenerfinder und -illustrator und ich.

Ich mache mir Gedanken, ob wir wieder ein Etüdensommerpausenintermezzo machen sollen, und, wenn ja, wann, ist euch Mitte Juli zu früh dafür? Ich würde dann vermutlich so Anfang September ins „normale“ Etüdengeschäft wiedereinsteigen. Habt ihr es gemocht, haben euch die Drabbles als zweite Runde gefallen? Würdet ihr wieder mitschreiben oder habt ihr ganz andere Ideen, was man da noch machen könnte?

Lasst es euch durch den Kopf gehen, ich freue mich auf eure Kommentare und Meinungen.

Aber jetzt kommen erst mal die Wörter von Ludwig Zeidler, dem Etüdenschöpfer und -illustrator für die Textwoche 15.18, und die lauten:

Kunstschnee
Frühlingserwachen
dummdreist.

Wie immer, ihr wisst: Diese 3 Wörter sind in maximal! 10! Sätzen unterzubringen, auch die Illus stammen aus der Kamera/Feder des werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von Ludwig und mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

 

2018_15_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_15_2_zwei lz | 365tageasatzaday

 

Ketten im Kopf | abc.etüden

Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht. Sarah hat mich zu einem Sederabend eingeladen, mich, ausgerechnet mich, und das hat mich ziemlich abgeschossen, weil ich sie doch mag.

Die ganze Zeit schaue ich zu der kleinen offen stehenden Kiste mit den Erinnerungen von früher. Das große Ding da drin, das da so metallisch glänzt, ist ein altes BDM-Abzeichen, der ganze Stolz meiner Großmutter, von dem Rest haben wir vieles weggeschmissen. „Die haben ihre Religion und wir haben unsere, aber die sind nicht wie wir und wir sind nicht wie die und deshalb mischen wir uns nicht“, mehr hat sie nie gesagt, aber ich weiß, was sie denken würde, wenn ich ihr von der Einladung erzähle, sie hat ihre Haltung nie groß verändert.

Ich wusste jedenfalls nicht, dass Sarah Jüdin ist, sie sieht auch nicht so aus, Sarah ist für mich kein typisch jüdischer Name, „typisch jüdisch“, wie furchtbar sich das schon anhört!

Darf ich wirklich bei Juden an deren Feiertag teilnehmen? Die müssen mich doch immer noch hassen, weil ich das Kind meiner Eltern und Großeltern bin. Ich meine, was Hitler gemacht hat, war ein Verbrechen, ganz klar, aber was ist mit der Schuld bis ins siebte Glied, von der die Bibel spricht, und was ist damit, dass sich meine Leute dann bestimmt von mir verraten fühlen würden, auch wenn sie schon lange tot sind?

Ich mäandere durch meine Gedanken und weiß nicht, was ich ihr sagen soll.

 

2018_14_1_eins lz | 365tageasatzadayVisuals: ludwigzeidler.de

 

Für die abc.etüden, Woche 14.2018: 3 Worte, maximal 10 Sätze. Die Worte stammen in dieser Woche von dergl und lauten: Seder, metallisch, mäandern.

Bisschen viel um die Ohren diese Woche, daher bin ich kaum online. Und irgendwie haben einige von euch in die gleiche Richtung gedacht wie ich, daher musste ich warten, bis ich für meine Etüde wusste, wer spricht und was …

 

 

Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, – – –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen – – –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

(Joachim Ringelnatz, Ostern, aus: Allerdings, 1928, Quelle)

 

Osterensemble | 365tageasatzaday
Quelle: alle Pixabay, eigene Anordnung

 

Kommt (immer noch) gut durch die Ostertage! Wer etwas Ernstgemeintes zum Thema lesen möchte, der sei hiermit auf Frau Graugans (hier und die Tage zuvor) verwiesen, die etwas Wesentliches so gut beschreiben kann, wie ich es vermutlich nie hinbekäme.

 

Schreibeinladung für die Textwoche 14.18 | Wortspende von Fädenrisse

Ostern polarisiert, liebe Etüdenfans, -schreiber*innen und -leser*innen, oder wie ist es bei euch? Während man bei Weihnachten um die religiöse „Frohe Botschaft“ kaum herumkommt, finde ich Ostern, das Fest des Sterbens und Auferstehens, wesentlich schwerer zu verstehen und denke, Tod ist ja eh kein beliebtes Thema, dass es doch weitaus heftiger im Magen liegt. Wen wundert es da, dass viele (und damit meine ich nicht mal die notorischen Skeptiker, Agnostiker, Atheisten oder sowieso Desinteressierten) sich viel lieber mit Süßkram den Magen verderben und daraus ein langes Wochenende mit mehr oder weniger viel Familie machen.

Sei es wie es sei. Für die kommende Woche, die Textwoche 14.18, stammen die Wörter aus dem Gedankenarchiv von Frau dergl und ihrem Blog, den Fädenrissen (faedenrisse.wordpress.com), und ja, ich halte sie mal wieder für eine Herausforderung, vor allem das erste, das ich zwar als Begriff kannte, aber sehr gern und sofort mal genauer nachgeschlagen habe und wofür Frau dergl mir auch Links anbot. (Falls sich wer wundert: Ich finde grundsätzlich interessant, was/woran Menschen glauben (und warum), auch wenn vieles möglicherweise nicht meins ist. Wir können uns nur näherkommen, wenn wir wenigstens die Basics verstehen, und nein, das gilt nicht nur für so schwierige Dinge wie Glauben.)

Die Wörter lauten:

Seder (Bedeutung: Wikipedia, haGalil.com, Chajms Sicht)
metallisch
mäandern.

 

Wie immer die berühmten letzten Worte: Diese 3 Wörter sind in maximal! 10! Sätzen unterzubringen, wie es sich gehört stammen die Illus aus der Kamera/Feder des werten Herrn lz., vielen Dank, Ludwig!
Euren Beitrag verlinkt ihr dann bitte wie gewohnt hierhin und/oder (am besten „und“) postet den Link unten in einen Kommentar (oder gleich die ganze Etüde, wenn ihr keinen Blog habt oder es bei euch nicht passt), damit eure Etüde auch ganz sicher von Frau dergl und mir und von allen, die es interessiert, gefunden werden kann.

Und schöne, friedliche Ostertage euch, egal, was ihr damit anfangt!

 

2018_14_1_eins lz | 365tageasatzaday

 

2018_14_2_zwei lz | 365tageasatzaday