02 – Alle Jahre wieder | Adventüden

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

 

Alle Jahre wieder (Miniatur von Ulli Gau, Café Weltenall)

 

Ihr Herz klopft in die Stille der Welt und Nacht. Kein Baum, keine Kugel, kein Lametta, kein Klimbimmellimmelimm. Sie hastet nicht. Sie kauft, was sie immer kauft. Nur ihre Stube poliert sie, weg mit dem übers Jahr angesammelten Staub in Poren und Ritzen. Kerzenzeit, Glanzzeit, Duftzeit, Räucherwerk, die Teekanne auf dem Stövchen. Kein Stress, keine Herbstdepression. Es ist Wintersonnenwendezeit. Zeit für sie, Zeit für Nichts, Zeit für brennende Zettelchen, für fliegende auch. Zeit für Kartenspiele, für Spiel und Spiele überhaupt, allein und mit den Liebsten.

 

Adventüden 2019 02 | 365tageasatzadayQuelle: Pixabay, Bearbeitung von mir

 

74 Kommentare zu “02 – Alle Jahre wieder | Adventüden

  1. Lustige Vorstellung. Weihnachtsputz als ruhige Alternative zum geschmückten Baum. Wie das funktionieren soll, ohne zu „hasten“ ist mir schleierhaft. Es ist immer wieder spannend, über andersartige Präferenzen zu lesen! Hier sieht es so aus: a) aufgeräumt (wie immer, bevor die Kinder einfallen), b) geputzt (wie immer, bevor …), c) mit Keramik-Schneemann, über 20 Jahre alter Nikolauskerze (nur einmal, im ersten Jahr, angezündet), einem gestrickten Weihnachtswichtel, der jeden Tag anderswo zu sitzen hat, einer Kerze auf einem Marmeladenglas (gestern in der Kinderkirche für mich gebastelt), einem Adventskranz (am Freitag geschenkt bekommen) und d) einer tickenden Uhr in der Morgenstille. In einer Schublade warten die Geschenke auf die Bescherung. Und auf einem Tablettentellerchen wartet die Kapsel Johanniskrautextrakt darauf, auch heute, wie jeden Morgen, eingenommen zu werden, gegen die „Herbstdepression“. Die „Spiele mit den Lieben“ sind eingeplant für die Zeit von 17 bis 18.30 Uhr, wenn die Kinder einfallen, um die Teddybären, Spielzeuglastwagen und Bauklötzchen aus ihren Ecken zu holen. Alltag im dezemberlichen Omahaus. Euch allen einen friedlichen Wochenstart!

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    • Ich habe den Weihnachtsputz als innere Vorbereitung auf die feierlichen Tage begriffen. Als Gefühl, mit sich selbst im Reinen zu sein, dann ist die Fülle im Äußeren nicht unbedingt eine Frage der Menge.
      Deine Vorweihnachtszeit liest sich aber auch sehr mit Herz und Tradition.
      Über Johanniskraut weiß ich nur, dass es hochdosiert sein soll (nicht das Zeug aus dem Drogeriemarkt), um verlässlich zu wirken.
      Komm auch du gut in die neue Woche! 🕯️✨
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🍩☕

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      • Guten Morge Elke und Christiane, zunächst einmal zur Erklärung: ich lebe ja seit fast 3 Jahren allein und meine Wohnung ist somit auch überschaubar geworden. Ich liebe es einfach im Dezember in die Ecken zu krabbeln und alles einmal so richtig zu putzen und aufzuräumen. Und wie im Außen, so im Innen. Ich halte Rückschau, gehe in den Wald, schneide Zweige, backe Plätzchen, bastel, schreibe Karten, verschenke hier und da etwas, aber immer meinen Enkelkindern und zelebriere die Wintersonnenwende und die Raunächte, ich genieße diese Zeit fern von jeglichem Konsumzwang und Hetzerei, das ist vorbei :)
        Liebe Grüße
        Ulli

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        • Liebe Ulli,
          ich gönne dir deinen Spaß am Putzen von Herzen und wünsche dir, dass du noch lange die Kraft dafür behältst.
          Ich lebe übrigens auch allein, seit fast viereinhalb Jahren, und auf überschaubarem Raum, das seit bald drei Jahren.
          Allerdings fällt mir seit meiner Lungenoperation im März das „Krabbeln in die Ecken“ furchtbar schwer, und ich verteile es daher lieber über das ganze Jahr: in einer Woche diese Ecke, in der anderen jene. Das stresst nicht so, das strengt nicht so an, und unter dem Strich ist die Wohnung trotzdem ausreichend sauber, wenn sie auch nie in allen Ecken gleichzeitig blinkt und blankt. Für die tägliche Reinigung sorgt ein Saugroboter, was eine unglaubliche Erleichterung für mich ist.
          Aber ich muss zugeben: GERN geputzt habe ich wahrhaftig NIE!
          Liebe Grüße
          Elke

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        • Liebe Elke, da hast du wahrlich andere Herausforderungen als ich.
          Letztlich aber ging es mir in der Etüde auch mehr um die Entschleunigung und um den Abgesang von jeglichem Konsumzwang, weniger ums putzen an sich.
          Alles Gute dir und herzliche Grüße
          Ulli

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  2. Einmal reinigend durchzugehen als käme Besuch, dem man sich ohne Ablenkungen und in Ruhe widmen möchte, das ist eine völlig andere, aber sehr bedenkenswerte Weise, diese Zeit durch Licht, Wärme, Düfte und Einkehr zu einem besonderen Jahresabschnitt zu machen.

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  3. Dieser Mensch ruht in sich – lebt den Advent als Zeit der Erwartung, weiss aber, die Stille wird irgendwann mit Leben, Spielen durchbrochen werden .
    Es fällt ihm leicht, ganz bei sich zu sein.
    Ich denke an die Menschen, deren Stille nicht durchbrochen wird, gar nicht weil sie arm, krank sind, einfach nur allein.
    An dieser Stelle auch von mir ein großes Dankeschön an Christiane zu ihrer Idee, Euch zu ermuntern, all die unterschiedlichen Facetten der Adventszeit in Worte zu fassen.
    Ulli, Dir wünsche ich den Genuss der schönen Dezembertage, für die Du vorbereitet bist. Sei herzlich gegrüßt vom Dach in Hanau, Karin

    Gefällt 6 Personen

    • Es war nicht meine Idee, liebe Karin, aber ich habe die Arbeit damit (und die Freude daraus). Danke dir für das Lesen und Gedanken machen und Kommentieren. Ja, Advent hat viele Facetten.
      Ich bin jedenfalls noch weit weg von Weihnachtsfrieden. Na ja, ist ja auch noch bisschen hin.
      Liebe Grüße
      Christiane 😁🐱☕🍩🕯️

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  4. Die Zeit besinnlich und ohne Hektik zu gestalten, das ist auch mein Ziel und ich hoffe, dass es mir gelingt. Es ist nicht so einfach, aus dem Dauerlauf in einen Ruhemodus zu schalten, man miuss sich immer selbst wieder daran erinnern.

    Lieben Gruß,
    Anna-Lena

    Danke an Ulli für den anregenden Text :-) .

    Gefällt 3 Personen

  5. Pingback: Novemberrückblick und ein Adventkalendertürchen |

  6. Eine Etüde, die eindeutig Ullis persönliche Handschrift trägt. Sie gefällt mir sehr.
    Sie ist ganz ehrlich mit sich und ihrem eigenen Leben und tut, was wir alle tun sollten, genau das, was uns selbst guttut.
    Eine besinnliche, bzw. nicht zu stille *g* Adventszeit wünsche ich uns allen.
    Bei mir kommt nun noch ein Geburtstag, an den ich einige Gedanken verschwenden muß und dann kann ich sagen, still ruht der See *lächel*
    Liebe Grüße zum Morgen, der mir viel zu schnell vorüber geht.

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  7. Sehr schön, und ja, Zeit, das Stichwort. Ich frage mich manchmal, woher die Hektik kommt, von den anderen oder macht man sie sich selbst? Vielleicht liegt es auch daran, dass Weihnachten meist überraschend kommt. ;)
    Nebenbei bemerkt, die unterschiedlichen Geschichten der unterschiedlichen Autor/inn/en führen dazu, dass alles etwas enger zusammenwächst, man geht eher auf einen Blog (also ich), als wenn nur die Links genannt werden.
    Fröhliche und entspannte Grüße aus dem kühlen Süden.

    Gefällt 2 Personen

    • Also, das, was du da sagst ist wirklich ein guter Grund, dass ich die Geschichten in Gänze auf diesem Blog habe und nicht nur verlinke. Ich lese nämlich auch lieber auf dem Blog, den ich abonniert habe, anstatt zu springen, wenn ich darüber nachdenke – und ich bin viel geneigter, dann einen fremden Blog zu besuchen, wenn ich schon mal was von ihm gelesen habe, was mir gefällt.
      Sehr guter Punkt!
      Okay, ich habe damit die ganze Arbeit des Vorbereitens; und natürlich ist es so, dass ich die Leute/Blogs, die mitschreiben, alle mehr oder weniger gut kenne, daher ist es für mich nicht mehr so wichtig, ob ich springe oder nicht, aber für einen Etüden-Außenstehenden könnte das ein wichtiger Punkt sein, da hast du recht. Dank sei dir!
      Irgendwann muss ich mal deine Genesis-Playlist hören; und übrigens lese ich zurzeit die Autobiographie von Phil Collins – er ist gerade bei ihnen eingestiegen …
      Fröhliche und abgespannte Grüße aus dem feuchtkühlen Norden!
      Christiane 😁🐱🍷🕯️🤧

      Gefällt 2 Personen

  8. Das liest sich für mich wie eine Routine, die man schon seit Jahren immer wieder zur selben Jahreszeit wiederholt, die man lieb gewonnen hat, weil etwas, das immer wiederkehrt einem Sicherheit in dieser schnelllebigen, stressigen Zeit gibt. Schön. Eine sehr schöne, ruhige und gesetzte Momentaufnahme aus der Vorweihnachtszeit.

    Gefällt 2 Personen

      • Es stimmt, seitdem meine Kids aus dem Haus sind und ich von Berlin in den Südschwarzwald gezogen bin, begann für mich eine neue Ära. Entschleunigung ist eins, stille Meditation anderes und rituell durch die Jahreszeiten zu gehen wieder anderes. Zwar war Vieles von all dem auch schon vorher in mir, aber es bekam hier Tiefe. Mittlerweile liebe ich Unaufgeregtheit und Schnörkellosigkeit, gerne mit ein bißchen Glitzer drauf – ihr wisst ja: es gibt viel zu wenig Glitzer in der Welt ;)
        lächelnde Grüße
        Ulli

        Gefällt 3 Personen

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